Tierischer Überlebenskünstler

Die "Furzgrundel" ist unser Fisch des Jahres

Was hinter dem lustigen Spitznamen steckt und wieso der Schlammpeitzger unsere Hilfe braucht, liest du hier.
Heute Tierisch
31.07.2026, 09:47
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Wer beim Namen "Furzgrundel" unweigerlich grinsen muss, ist in bester Gesellschaft. Doch hinter dem wohl kuriosesten Fischnamen Österreichs verbirgt sich kein Scherz, sondern ein echter Überlebenskünstler – und sogar der Fisch des Jahres 2026.

Der offiziell Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis) genannte Süßwasserfisch lebt meist unsichtbar am Grund schlammiger Tümpel, Altarme und Auengewässer. Dort wühlt er nachts mit seinen zehn kleinen Barteln nach Würmern, Schnecken, Muscheln und Insektenlarven. Bis zu 30 Zentimeter lang kann der unscheinbare Fisch werden und zählt damit zu den größten heimischen Schmerlenarten.

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Wieso bitte "Furzgrundel"?

Jetzt kommt der Teil, der vermutlich ganze Schulklassen zum Kichern bringt. Wenn in seinem Gewässer der Sauerstoff knapp wird, greift der Schlammpeitzger zu einem Trick, den kaum ein anderer heimischer Fisch beherrscht: Er schluckt Luft.

Den Sauerstoff entzieht er anschließend über den Darm. Was übrig bleibt, verlässt den Körper wieder – begleitet von kleinen Bläschen und manchmal sogar einem leisen Quietschen. Genau deshalb bekam der Fisch im Volksmund den liebevoll-skurrilen Namen "Furzgrundel".

Die Furzgrundel ist ein echter Übelebenskünstler.
iStock©Zdenek Macat

Überlebenskünstler deluxe

Bei Trockenheit oder Frost gräbt er sich tief in den weichen Schlamm ein und kann dort monatelang ausharren, bis sich die Bedingungen wieder verbessern. Seine Fähigkeit zur Darmatmung macht ihn zu einem der außergewöhnlichsten Fische Europas.

Die Wahl zum "Fisch des Jahres 2026" war eine öffentliche Online-Abstimmung auf der Website fisch-des-jahres.info. Organisiert wird sie vom Österreichischen Fischereiverband (ÖFV) gemeinsam mit den Landesfischereiverbänden, dem Bundesamt für Wasserwirtschaft (BAW) und dem Österreichischen Kuratorium für Fischerei (ÖKF).

Ernster Artenschutz

Natürliche Auen, Altarme und Tümpel verschwinden seit Jahrzehnten durch Flussbegradigungen, Entwässerungen, Dämme und den Klimawandel. Genau diese Lebensräume braucht der Schlammpeitzger jedoch zum Überleben. Mit der Wahl zum Fisch des Jahres 2026 wollen Naturschutzorganisationen deshalb auf den dramatischen Verlust dieser wertvollen Gewässer aufmerksam machen. Rund drei Viertel der heimischen Auen wurden in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert oder gingen ganz verloren.

In den Auen unterwegs

Ganz verschwunden ist die Furzgrundel glücklicherweise bisher nicht. Restbestände leben unter anderem in den March-Auen, im Nationalpark Donau-Auen, rund um den Neusiedler See sowie in einigen ehemaligen Donau-Nebenarmen Oberösterreichs. Dennoch gilt die Art weiterhin als stark gefährdet und braucht dringend geschützte Lebensräume.

{title && {title} } red, {title && {title} } 31.07.2026, 09:47