Tierische Studie

Achtung Hitze! Diese Rassen kollabieren am häufigsten

Kurzköpfige Hunde leiden laut Studie häufig unter Atemproblemen und Schlafstörungen. Operationen könnten helfen, werden aber selten durchgeführt.
Heute Tierisch
31.07.2026, 08:28
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Hunde mit angezüchteter "Kurzköpfigkeit" – also Brachyzephalie – haben stark verkürzte Nasen und Köpfe. Das sorgt oft für schwere gesundheitliche Probleme. Eine aktuelle Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien zeigt, wie sehr diese Tiere darunter leiden. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "BMC Veterinary Research" veröffentlicht.

Die beiden Veterinärmedizinerinnen Marlene Hebenstreit und Svenja Springer vom Messerli Forschungsinstitut haben dafür 317 praktizierende Tierärzte in Österreich zu ihren Erfahrungen mit diesen Hunden und deren Besitzern befragt.

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Hitzewelle fast schon Todesurteil

Fast alle Tierärzte berichten, dass kurzköpfige Hunde, die in die Praxis kommen:

- körperlich geschwächt sind (99 Prozent)

- Atemprobleme haben (fast 100 Prozent)

- unter Sauerstoffmangel leiden (97 Prozent).

Zusätzlich kämpfen sie oft mit Verdauungs- und Schluckproblemen sowie erhöhter Körpertemperatur (95 Prozent), sie kollabieren immer wieder (88 Prozent) und leiden unter Schlafstörungen (82 Prozent).

Dennoch gibt es Möglichkeiten, den Hunden zu helfen. "Es gibt zahlreiche Möglichkeiten der operativen Korrektur", erklärt Hebenstreit, Erstautorin der Studie. "Sie zielen auf eine Reduktion des Atemwiderstandes ab." Dabei können unter anderem die Nasenlöcher und der Nasenvorhof erweitert und überschüssiges Gewebe am Gaumensegel entfernt werden. Auch das Ausdünnen des Zungengrundes und das Verkleinern fehlgebildeter Nasenmuscheln sind möglich.

Diese Rassen gelten als klassische brachyzephale Hunde:

Französische Bulldogge (sehr häufig)

Mops

Englische Bulldogge

Boston Terrier

„Wie pervers ist das eigentlich? Wir züchten Hunde, die nicht atmen können um sie dann operieren zu müssen!“
Tierschützer

Die Veterinärmedizinische Universität Wien schreibt in einer Aussendung: "Viele Tierärzte empfehlen chirurgische Eingriffe zur Entlastung der Atemwege." Tatsächlich werden diese Eingriffe aber nur selten durchgeführt. In manchen Praxen wird nur bei jedem hundertsten Hund operiert, in anderen immerhin bei fast jedem dritten.

Auch wenn jeder einzelner Hund wesentlich mehr Lebensqualität durch eine Operation hätte, kommen hier Kosten von etwa 1.200 bis 3.500 Euro auf den Halter zu, die auch von keiner Versicherung übernommen werden.

Als Hauptgrund gegen eine Operation geben Hundebesitzer oft an, dass das Geld knapp ist oder sie an der Notwendigkeit des Eingriffs zweifeln. Rund die Hälfte der befragten Tierärzte zeigt zudem wenig Verständnis für den Besitz solcher Hunde.

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