Mal überlegen: Der Hai ist ein Fisch und Fische atmen bekanntlich durch ihre Kiemen, wieso also hat er überhaupt Nasenlöcher? Richtig: Sie riechen damit. Wasser strömt hinein, gleitet über feine Geruchsorgane im Inneren und fließt wieder hinaus.
Im Grunde können alle Fische riechen, auch wenn der Geruchssinn ganz nach Art unterschiedlich stark oder schwach ausgeprägt ist. Während sich Fische im trüben Wasser auf ihren Geruchssinn verlassen müssen, um Beute zu finden, haben Kollegen im klaren Wasser meist bessere Augen und lassen sich eher bei der Partnersuche von der Nase leiten.
Der Lachs beispielsweise verlässt sich ganz und gar auf seine Nase, wenn es darum geht, zurück zu seinem Heimatfluss zu finden.
Anatomie der Hai-Nase:
An der Unterseite der Schnauze liegen zwei Nasenlöcher (Nares), die jeweils aus einer Einströmöffnung und einer Ausströmöffnung bestehen. Während der Hai schwimmt, strömt Wasser durch die Einströmöffnung in eine mit zahlreichen Falten ausgekleidete Riechkammer. Diese sogenannten Riechlamellen (Lamellen) vergrößern die Oberfläche erheblich und sind mit Millionen spezialisierter Sinneszellen besetzt.
Die Geruchsrezeptoren analysieren die im Wasser gelösten Moleküle und leiten die Informationen über den Riechnerv direkt an das Gehirn weiter. Anschließend verlässt das Wasser die Riechkammer wieder durch die Ausströmöffnung.
Der Hai ist allerdings ein besonderes Exemplar, denn seine Nase ist auch gleichzeitig ein eingebautes Navi - je nachdem in welchem Nasenloch der Geruch intensiver ist, wechselt er die Richtung. Jedoch übertreibt "Bruce" von Disneys Meisterwerk "Findet Nemo" gewaltig, als er nur aufgrund eines Bluttropfens in den Fressrausch verfällt.
Kennst du alle fünf tödlichsten Haie? Klick dich durch:
Der weiße Hai führt immer mehrere "Checks" durch, bevor es zu einem Angriff kommt, denn nur der Geruch ist für ihn wenig attraktiv, sondern auch Bewegung, Vibrationen und Sicht müssen stimmen.
Fun-Fact:
Es gibt keinen einzigen bekannten Fisch (egal welcher Art) der keine "Nase" besitzt. Selbst das "Neunauge" und der "Schleimaal" hat zumindest eine Riechöffnung in der Mitte des Kopfes.
Zusammengefasst kann man jedoch zweifelsfrei sagen, dass der Hai eine der besten Nasen im Meeresreich besitzt und bereits kleinste Stoffe aus dem Wasser filtert, die ihm dann die Richtung weisen.