Die russische Hauptstadt Moskau hat sich am Donnerstag gegen einen "großangelegten" Drohnenangriff aus der Ukraine verteidigen müssen. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte im Onlinedienst Telegram mit, mehrere Drohnen hätten eine Ölraffinerie getroffen. "Die Luftverteidigung wehrt weiter eine großangelegte Attacke ab. Mehrere Drohnen konnten das MNPZ erreichen", erklärte der Bürgermeister mit Verweis auf eine große Raffinerie in der Hauptstadt.
Es würden "Maßnahmen ergriffen, um mit den Konsequenzen umzugehen", sagte Sobjanin weiter, ohne mitzuteilen, ob die Raffinerie beschädigt wurde. Um kurz vor 07.00 Uhr (Ortszeit, 06.00 MESZ) teilte er mit, dass die russische Luftabwehr in der Nacht 43 Drohnen zerstört habe.
Ein Bewohner filmte die Szenen mit seinem Smartphone und ließ seinem Ärger freien Lauf: "Ganz Moskau brennt verdammt noch mal!" Und: "Ich habe die Nase voll von dieser 'speziellen militärischen Operation'! Ich hau hier verdammt noch mal ab!"
Am Dienstag hatte ein ukrainischer Drohnenangriff ein Feuer in einer großen Ölraffinerie am Stadtrand von Moskau ausgelöst und Schäden verursacht. Es war zunächst unklar, ob am Donnerstag dieselbe Raffinerie erneut angegriffen wurde.
Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten ihre Gegenangriffe auf russisches Staatsgebiet verstärkt und trifft regelmäßig Anlagen der Ölindustrie und deren Exportzentren. Kiew will die für Moskau wichtigen Einnahmen aus dem Ölexport minimieren, mit denen der Krieg gegen die Ukraine finanziert wird. Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren fast täglich mit Raketen- und Drohnenangriffen.