Ukraine-Präsident emotional

"Vermisse sie" – Selenskyj in Interview den Tränen nahe

Wolodymyr Selenskyj hat bei einem Interview einen ungewöhnlich persönlichen Einblick in sein Privatleben während des Krieges gegeben.
Newsdesk Heute
17.06.2026, 13:02
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Am Rande des G7-Gipfels sprach er nicht nur über die Lage an der Front, sondern auch über seine Familie und die Belastungen des Krieges.

Zunächst zeigte sich Wolodymyr Selenskyj überzeugt, dass Russland den Krieg nicht gewinnen könne. Russland habe bei mehreren Offensiven die Initiative verloren, sagte der Staatschef. Auf den meisten ihrer zwölf Angriffsrichtungen hätten die russischen Truppen ihre Vorteile eingebüßt.

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Gleichzeitig verwies er auf sinkende Ölpreise durch das angekündigte Ende des Iran-Kriegs, die Russland wirtschaftlich zusätzlich unter Druck setzen werden.

Nach seinen Gesprächen mit Staats- und Regierungschefs sowie EU-Vertretern gebe es deshalb Einigkeit darüber, dass Moskau hohe Verluste erleide und möglichst rasch zu einer Vereinbarung kommen müsse.

"Ich weine oft"

Besonders emotional wurde das Gespräch jedoch bei Fragen zu seinem Privatleben. Auf die Frage, ob er die Schauspielerei vermisse, antwortete Selenskyj überraschend: "Ich vermisse es, ein guter Vater zu sein."

Als seine Kinder noch klein waren, habe er ihnen am häufigsten gesagt: "Ich liebe euch." Heute, nach mehr als vier Jahren Krieg, seien seine Worte andere. "Ich vermisse euch", erklärte der Präsident. Er und seine Frau Olena haben zwei Kinder, Oleksandra (21) und Kyrylo (13), die er kaum noch zu Gesicht bekommt.

Auch über die Momente, in denen ihn die Emotionen überwältigen, sprach Selenskyj offen. Besonders schwer seien Treffen mit Eltern, die ihre Kinder im Krieg verloren haben. "In solchen Momenten weine ich oft", sagte er.

"Ich bin kein Held"

Als ihn der Interviewer schließlich fragte, ob er selbst ein Held sei, wies Selenskyj das entschieden zurück. Seine Helden seien seine Kinder, die ukrainischen Streitkräfte und das ukrainische Volk.

Während an der Front weiter gekämpft wird, zeigte Selenskyj damit eine Seite, die die Welt nur selten zu sehen bekommt – die eines Vaters, der seine Familie vermisst.

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