Nach dem Ende der Iran-Krise rückt der Ukraine-Krieg wieder in den Mittelpunkt der internationalen Politik. Beim G-7-Gipfel im französischen Evian haben die führenden Industrienationen ihre Unterstützung für die Ukraine bekräftigt und gleichzeitig den Druck auf Kremlchef Wladimir Putin erhöht.
In einer gemeinsamen Erklärung kündigten die G-7-Staaten eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland sowie zusätzliche Waffenlieferungen an. Besonders die Luftverteidigung und weitreichende Waffensysteme sollen ausgebaut werden. Zudem wurde der Ukraine weitere Unterstützung für den kommenden Winter zugesichert.
Auch US-Präsident Donald Trump schlug gegenüber Moskau einen schärferen Ton an. Er stellte eine Rückkehr zu strengeren Ölsanktionen gegen Russland in Aussicht. Diese waren während des Konflikts mit dem Iran vorübergehend gelockert worden, um die Energieversorgung auf den Weltmärkten zu stabilisieren.
"Russland sollte ein Abkommen schließen", sagte Trump vor Journalisten am Genfersee. Er forderte Putin auf, Verhandlungen über ein Ende des Krieges aufzunehmen. Gleichzeitig bestätigte er ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Rande des Gipfels. Ein weiteres Gespräch sei bereits geplant.
Der Kreml reagierte zurückhaltend. Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow erklärte, Moskau wisse nichts von einem möglichen Treffen zwischen Putin und Selenskyj. Die Möglichkeit sei auch bei einem Telefonat zwischen Trump und Putin zuletzt nicht besprochen worden.
Trump räumte ein, in den vergangenen Monaten stark mit dem Konflikt im Nahen Osten beschäftigt gewesen zu sein. Nun wolle er sich wieder intensiver der Ukraine widmen. Die USA würden zwar keine direkte Rolle im Krieg spielen, könnten aber über Waffenlieferungen und politischen Druck Einfluss nehmen, erklärte der Republikaner.
Unter den Gipfelteilnehmern herrschte nach den Beratungen vorsichtiger Optimismus. Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz sprach von einem "Tag der Hoffnung" und einer möglichen Chance auf Frieden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete das Treffen als "Moment des strategischen Erwachens".
Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zeigte sich zuversichtlich. "Das Blatt wendet sich für die Ukraine", sagte sie. Während Kiew die Front weiter halte, würden die Belastungen für Russland immer deutlicher sichtbar werden.