Trotz Sanktionen

Luxusjets für Putin-Freunde – Spur führt nach Wien

Trotz Sanktionen fliegen Putins Vertraute offenbar weiter im Luxusjet um die Welt. Eine Spur in dem Fall führt dabei auch nach Wien.
Lara Heisinger
16.06.2026, 09:15
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Trotz westlicher Sanktionen genießt Russlands Elite offenbar weiterhin ein Leben im Luxus. Recherchen zeigen, dass enge Vertraute von Kremlchef Wladimir Putin weiterhin mit Privatjets westlicher Hersteller unterwegs sind.

Im Mittelpunkt steht dabei unter anderem ein Bombardier Global 7500, eines der teuersten Geschäftsflugzeuge der Welt. Die Maschine im Wert von rund 75 Millionen Dollar steht auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo und wird laut Recherchen des "Wall Street Journal" von Personen aus Putins Umfeld genutzt.

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Putin-Freund nutzt Jet für Reisen

Zu ihnen zählt Sergej Tschemesow, Chef des russischen Rüstungskonzerns Rostec und langjähriger Vertrauter Putins. Flugaufzeichnungen zufolge nutzte er den Jet für Reisen in die Vereinigten Arabischen Emirate, in die Türkei und nach Südostasien.

Viele russische Oligarchen verloren nach dem Kriegsbeginn den Zugang zu europäischen Flugzeugbetreibern und Dienstleistern. Heute würden sie häufig auf Vermittler und zwischengeschaltete Firmen zurückgreifen.

Wladimir Putin und Sergej Tschemesow kennen einander seit den 1980er-Jahren, als beide für den sowjetischen Geheimdienst KGB in Ostdeutschland tätig waren. Nach seinem Machtantritt machte Putin ihn 2007 zum Chef von Rostec.
Reuters (Archivbild)

In Ländern ohne Russland-Sanktionen registriert

Dabei würden gebrauchte Jets westlicher Hersteller gekauft und anschließend in Staaten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten, Oman, Kasachstan oder Südafrika registriert. Von dort gelangen die Flugzeuge schließlich nach Russland.

Zu den genannten Personen gehören neben Tschemesow auch der Unternehmer Igor Kesaew, der unter anderem in der Rüstungsindustrie tätig ist, sowie Arkadi Rotenberg, der bereits 2023  mit mutmaßlichen Österreich-Verbindungen für Schlagzeilen sorgte.

Damalige Recherchen legten nahe, dass sein Netzwerk indirekt den Kauf eines Luxus-Chalets in Kitzbühel finanziert haben könnte. Das Objekt soll zudem von Putins Tochter genutzt worden sein.

"Wir beobachten, dass einige europäische Unternehmen offenbar in einer rechtlichen Grauzone agieren, indem sie Flugzeuge an Dritte liefern, die diese später nach Russland weiterverkaufen", erklärte Marija Verovic vom Luftfahrtanalyseunternehmen Ch-Aviation sinngemäß.

Wiener Firma involviert

Eine besondere Rolle spielt laut den Recherchen auch die Wiener Firma Avcon Jet beziehungsweise deren Tochtergesellschaften. Mehrere Jets, die heute von Personen aus Putins Umfeld genutzt werden, sollen zuvor von Avcon Jet betreut worden sein.

So war das von Tschemesow genutzte Flugzeug zunächst auf Bermuda registriert und wurde von Avcon Jet verwaltet. Später erfolgte die Registrierung in Russland über die Firma Tarp Aviation. Avcon Jet erklärte gegenüber dem "Wall Street Journal", man halte sich strikt an die EU- und US-Sanktionsvorschriften.

Sanktionsexperten weisen darauf hin, dass Unternehmen in Europa und Nordamerika verpflichtet sind sicherzustellen, dass Flugzeuge oder Ersatzteile nicht nach Russland exportiert werden. Sie müssten zudem prüfen, ob Kunden solche Güter später nach Russland weiterverkaufen.

Bombardier erklärte, über ein umfassendes Compliance-Programm zu verfügen und alle angemessenen Maßnahmen zu setzen, damit Flugzeuge nicht unter Verletzung geltender Gesetze, Sanktionen oder Exportkontrollen verkauft oder gewartet werden.

{title && {title} } LH, {title && {title} } Akt. 16.06.2026, 11:55, 16.06.2026, 09:15
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