Die aggressive Fischart stammt ursprünglich aus dem Indischen und Pazifischen Ozean, ist aber in den letzten Jahren immer öfter im Mittelmeer zu finden.
Das Griechische Rote Kreuz hat deshalb jetzt erstmals offizielle Erste-Hilfe-Tipps veröffentlicht. Wie 20 Minuten berichtet, breitet sich der gefährliche Fisch immer weiter aus.
Der Hasenkopf-Kugelfisch (Lagocephalus sceleratus) ist eigentlich im Indischen und Pazifischen Ozean zuhause. Über den Suezkanal dürfte er ins Mittelmeer gelangt sein. Seitdem vermehrt er sich dort rasant.
Besonders gefährlich wird es, wenn man den Fisch isst: Schon kleine Mengen seines Nervengifts Tetrodotoxin können tödlich sein. Aber auch sein Biss hat es in sich – er kann schwere Verletzungen verursachen.
Laut Berichten wurde der Fisch zuletzt an mehreren griechischen Küstenabschnitten gesichtet. Dazu zählen unter anderem die Küste von Attika, Lefkandi und Eretria auf Euböa sowie beliebte Badeorte wie Saronida, Kavouri, Voula, Vari und Vouliagmeni an der Athener Riviera.
Auch rund um Kreta, im Saronischen Golf und auf den Dodekanes-Inseln ist der Hasenkopf-Kugelfisch mittlerweile heimisch.
Der Biss des Kugelfischs ist zwar nicht giftig, aber sein Kiefer ist so stark, dass er tiefe Fleischwunden verursachen kann. Meeresbiologen berichten außerdem, dass der Fisch immer aggressiver wird. Teilweise schwimmen die Tiere sogar in Gruppen und haben kaum noch Scheu vor Menschen. Im Mittelmeer fehlen ihm natürliche Feinde.
Nach Medienberichten kam es an mehreren Stränden zu Bissattacken – meist an den Beinen, manchmal aber auch am Gesäß oder im Genitalbereich. Einige Verletzte mussten sogar im Spital behandelt werden.
Die Wunde soll sofort mit sauberem Wasser und Seife gereinigt werden. Danach mit einer sterilen Kompresse oder einem sauberen Tuch Druck ausüben.
Bei starker Blutung empfehlen die Experten, das betroffene Körperteil hochzulagern. In jedem Fall sollte man ärztliche Hilfe holen, damit die Wunde richtig versorgt wird und der Tetanusschutz überprüft werden kann.
Lässt sich die Blutung nicht stoppen, ruf bitte sofort die Rettung unter der Notrufnummer 112.
Fachleute sehen mehrere Gründe: Die Meere werden wärmer, die Schifffahrt nimmt zu und durch Überfischung fehlen dem Hasenkopf-Kugelfisch immer mehr natürliche Feinde wie Haie, Schwertfische oder Meeresschildkröten.
Die Art verursacht auch wirtschaftliche Schäden: Sie frisst wertvolle Fischbestände und zerstört Netze. Laut dem Portal "Grland.com" verlieren betroffene Fischer dadurch im Schnitt mehr als 6.000 Euro im Jahr.
Griechenland prüft derzeit Prämien, um die Ausbreitung des Hasenkopf-Kugelfischs einzudämmen. Geplant ist eine Belohnung von sechs Euro pro gefangenem Kilo Fisch.
Auf Zypern gibt es bereits ähnliche Programme, dort erhalten Fischer bis zu 4,80 Euro pro Kilo. Auch in der Türkei wird der Fang des Kugelfischs mit Förderungen unterstützt.
Wissenschaftler forschen außerdem daran, das Nervengift Tetrodotoxin aus dem Fisch zu entfernen. Im Rahmen des EU-Projekts "Lagomeal" arbeiten das Griechische Zentrum für Meeresforschung und das Forschungszentrum Demokritos an Verfahren, um den Fisch künftig als ungefährliches Fischmehl für Tierfutter zu nutzen.