Tierische Fauna

Ein Kolibri? Nein, nur das Taubenschwänzchen

Es flattert so schnell, dass es in der Luft steht und saugt mit einem Rüssel den Nektar aus den Blüten, doch ein Kolibri ist dieser Falter nicht.
Heute Tierisch
20.06.2026, 07:11
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Wer im Sommer einen vermeintlichen Mini-Kolibri über Lavendel, Petunien oder Sommerflieder schweben sieht, sollte nicht sofort an einen exotischen Besucher denken. In Österreich sorgt nämlich ein heimischer Falter regelmäßig für Verwirrung: das Taubenschwänzchen.

Der auffällige Schmetterling kann in der Luft stehen bleiben, blitzschnell von Blüte zu Blüte fliegen und saugt dabei mit seinem langen Rüssel Nektar. Genau dieses Verhalten erinnert stark an einen Kolibri – obwohl die kleinen Vögel in Europa gar nicht vorkommen.

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Ein Schmetterling möcht ein Vogerl sein

Das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) gehört zur Familie der Schwärmer und ist mit einer Flügelspannweite von bis zu fünf Zentimetern deutlich größer als viele andere heimische Falter. Seine Flügel schlagen dabei so schnell, dass sie kaum zu erkennen sind.

Der faszinierende kleine Falter ist auch ein toller Bestäuber.
©pexels

Besonders beeindruckend: Der Falter landet meist nicht auf den Blüten. Stattdessen schwebt er davor und saugt im Flug Nektar – ganz ähnlich wie ein Kolibri. Sein langer Saugrüssel kann dabei mehrere Zentimeter ausgefahren werden.

Immer mehr Tiere durch wärmere Sommer

Das Taubenschwänzchen ist in ganz Österreich verbreitet und kann zwischen Frühling und Herbst beobachtet werden. Weil die Art aus südlicheren Regionen stammt und milde Temperaturen liebt, profitiert sie von den zunehmend warmen Sommern. Viele Tiere ziehen jedes Jahr aus dem Mittelmeerraum nach Mitteleuropa. Manche überwintern mittlerweile sogar erfolgreich in Österreich, wenn die Winter nicht zu streng ausfallen.

Der Kolibri ist in Österreich bisher (noch) nicht heimisch.
©pexels

Der Vergleich hinkt gar nicht so sehr

Mehrere Eigenschaften führen dazu, dass Gartenbesitzer und Spaziergänger das Taubenschwänzchen für einen Kolibri halten:

- Es kann auf der Stelle in der Luft schweben.

- Es besucht Blüten im Flug.

- Sein Körper wirkt kompakt und vogelähnlich.

- Es ist tagsüber aktiv, während viele andere Nachtfalter eher in der Dämmerung unterwegs sind.

Wer Lavendel, Sommerflieder, Phlox oder Petunien im Garten oder auf dem Balkon hat, kann mit etwas Glück ein Taubenschwänzchen beobachten. Für Naturfreunde ist die Begegnung oft ein kleines Highlight – schließlich wirkt der flinke Falter fast wie ein exotischer Gast aus den Tropen, der zudem auch noch ein toller Bestäuber für unsere Flora darstellt.

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