Erst Frost, dann Sommerhitze, am Ende schwere Gewitter: Der diesjährige Mai hatte in Österreich fast alles zu bieten. Laut Wetterdienst "UBIMET" fiel das Monat im Flächenmittel um 1,2 Grad zu warm aus. Gleichzeitig blieb es deutlich zu trocken.
Auch Niederösterreich bekam den Wetter-Mix ab: Am 1. Mai war es in vielen Regionen noch ordentlich frisch, örtlich gab es Frost. In Wieselburg wurde mit -0,3 Grad ein neuer Monatsrekord bei der Tiefsttemperatur erreicht.
Danach drehte der Mai aber auf Sommer. Ab dem 20. Mai setzte sich Hochdruck durch, die Temperaturen stiegen kräftig an. Besonders im Süden und Westen Österreichs wurden neue Hitzerekorde gemessen: In Lienz kletterte das Thermometer auf 33,3 Grad, in Dellach auf 32,9 Grad. Insgesamt meldete "UBIMET" 59 Wetterstationen mit neuen Rekorden bei der höchsten im Mai gemessenen Temperatur.
Für Niederösterreich blieb vor allem die Trockenheit ein großes Thema. In Hohenau lag der Niederschlag um 74 Prozent unter dem Klimamittel, in Langenlois um 59 Prozent. In Allentsteig gab es dagegen ein kleines Plus von 5 Prozent.
Zum Monatsende krachte es dann aber ordentlich, "Heute" berichtete. Am 30. und 31. Mai zogen schwere Gewitter mit Hagel, Starkregen und Sturmböen durch. In Puchberg am Schneeberg wurde eine Böe mit 93,2 km/h gemessen – neuer Mai-Rekord. Auch in Weitra gab es mit 88,6 km/h einen neuen Rekordwert.
Der Mai brachte außerdem deutlich mehr Blitze als im Vorjahr. Rund 150.000 Blitzentladungen wurden österreichweit registriert. Besonders blitzreich war es laut "UBIMET" im Innviertel, im Mostviertel sowie im Süden der Steiermark und im Südburgenland.
Mit dem Mai endet auch ein historisch trockener Frühling. Österreichweit fiel von März bis Mai um 47 Prozent weniger Niederschlag als im Klimamittel. Damit war der Frühling 2026 der trockenste seit Beginn der Niederschlagsmessungen im Jahr 1858. Auch Teile Niederösterreichs waren stark betroffen, unter anderem wurde in Schöngrabern (Bezirk Hollabrunn) ein neuer Negativrekord bei der Frühjahrsniederschlagssumme gemeldet.
UBIMET-Experte Nikolas Zimmermann warnt: Für echte Entspannung braucht es flächendeckenden Regen. Gewitter können zwar lokal viel Wasser bringen, helfen den Grundwasserspeichern aber kaum.
Der Sommer hat noch nicht einmal richtig begonnen, da steht der Boden in Teilen Niederösterreichs schon jetzt im Stress.