Im Gemeindegebiet Brand hat eine Wildkamera letzte Woche ein ganz besonderes Foto gemacht: Sie hat einen Bären erwischt. Doch damit war die Geschichte nicht zu Ende. Fünf Tage später hat eine weitere Kamera im Silbertal im Montafon erneut einen Bären festgehalten, weshalb vor allem Imker jetzt in Alarmbereitschaft versetzt wurden.
Jetzt beginnt für die tausenden Karnika-Bienen eigentlich die wichtigste Zeit im Jahr. Die Alpenrose blüht, und genau das macht den Geschmack vom Berghonig aus. Die Imker jedoch sind jetzt in Sorge um die Bienenstöcke, denn für einen Bären sind vor allem die Bienenlarven eine echte Delikatesse.
„Die Brut ist sehr eiweißreich“Bernhard WagnerBezirksobmann Imker im Montafon
Heuer hat man noch keine Erfahrung mit einem Bären gemacht, aber man sei in der "Warteschleife".
Die Imker sind jedenfalls gewarnt. Ihre Bienenstöcke sind schon mit Elektrozäunen gesichert. "Vorsichtsmaßnahme war, und das ist das allerbeste, Elektrozäune um die Bienenvölker aufzustellen", so Wagner. Ein normaler Viehzaun reicht nicht, es braucht mehr Strom, um einen Bären fernzuhalten – nämlich 8.000 Volt.
„Es ist zwar wenig Strom, aber wenn er doch hingreift, dann zischt es ihm eine.“
Viele Imker kontrollieren ihre Bienenstöcke mittlerweile bequem von zu Hause aus. "Die meisten haben eine elektronische Stockwaage bei den Wanderstöcken, eine oder zwei. Alle zehn Minuten wird eine Messung gespeichert. Wenn ein Bär abräumen würde, ändert sich das Gewicht schlagartig. Dann würde über die App ein Schwarmalarm kommen", erklärt Wagner.
Schon vor 20 Jahren hat ein Bär im Montafon für Aufsehen gesorgt. "Bruno" hat 2006 in einem Stall mehrere Schafe gerissen. Beim Landwirt Edwin Tschofen ist er aber nicht hineingekommen, weil dort ein Elektrozaun war. Heute hängt dort, wo sonst die Krallen gewesen wären, der Abdruck der Bären-Hintertatze an der Stallwand.