Tierisches Drama in Kärnten

Sieben Welpen aus Qualzucht-Skandal suchen Zuhause

Nach der Rettung von 39 Australian Shepherds aus einer Kärntner Zucht stehen nun Ermittlungen wegen Tierquälerei und Betrugs im Raum.
Heute Tierisch
16.07.2026, 09:34
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Die Hunde waren völlig verdreckt, mit Kot beschmiert und hatten großen Durst. Ihre Augen waren stark entzündet, und sie litten unter heftigem Juckreiz. "Einige hatten Bisswunden", erzählen Regina Michenthaler und Nina Zesar von der Kärntner Tierrettung. Am 31. März dieses Jahres wurden sie nach Schiefling gerufen, um Australian Shepherds aus einer schlimmen Zucht zu retten.

Horror-Züchterin

Die Frau, die sich selbst als Züchterin bezeichnete, behauptete, in dem völlig heruntergekommenen Haus würden sich 13 Tiere befinden. Das gesamte Innere des Hauses war mit Kot und Urin verschmutzt. Die zuständige Amtstierärztin ordnete an, alle Hunde behördlich abzunehmen.

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Doch damit war es nicht getan: Die Einsatzkräfte entdeckten am Grundstück noch mehr Hunde – einige in einem großen Außenzwinger, andere in einem Holzschuppen hinter dem Haus. Am Ende waren es insgesamt 39 Australian Shepherds. Für die Tierrettung bedeutete das sechs Fahrten, um alle Tiere aus dem Haus des Schreckens zu holen.

Die geretteten Hunde wurden im Tierschutzkompetenzzentrum (TiKo), im Garten Eden in Klagenfurt, im Tierheim Villach und im Tierheim Wolfsberg untergebracht. Viele der Tiere litten an Giardien, einer Durchfallerkrankung, die auch für Menschen ansteckend ist und besonders strenge Hygiene erfordert. Die Australian Shepherds wurden geimpft, gegen Parasiten behandelt und langsam wieder aufgepäppelt.

Die Aussie-Welpen sind momentan acht Wochen alt.
iStock©Ekaterina Kobalnova (Symbolbild)

Was zu Beginn niemand wusste: Zwei Hündinnen, Leni und Nana, die ins TiKo kamen, waren trächtig – inzwischen tollen dort sieben Welpen herum, die seit acht Wochen auf ein neues Zuhause warten. Auch vier erwachsene Hunde aus der Abnahme suchen noch eine Familie. Die Besitzverhältnisse waren schwierig zu klären, da einige der Hunde gar nicht der Züchterin gehörten, sondern Besitzern aus ganz Europa, die ihre Tiere nur zur Zucht nach Kärnten gebracht hatten.

„Australian Shepherds haben viel Energie, brauchen viel Bewegung, sind sehr anspruchsvoll und brauchen eine sinnvolle Beschäftigung. Wir schauen also dreimal hin, an wen wir diese Hunde und Welpen vergeben“
Anna OffnerTiKo-Präsidentin

Im Garten Eden sind noch zwei Hunde aus der Rettungsaktion, im Tierheim Wolfsberg vier und in Villach fünf. Nicht alle dürfen schon vermittelt werden, denn es ist noch nicht geklärt, ob die Züchterin von zukünftigen Besitzern Geld verlangen kann. Im Österreichischen Hundezuchtbuch ist sie jedenfalls nicht mehr eingetragen.

„Wir ermitteln wegen des Verdachts des Betruges und des Verdachts der Tierquälerei“
Markus KitzSprecher der Staatsanwaltschaft Klagenfurt

Die Anzeige wegen Betrug wurde von einem Tierhalter erstattet, der von der Züchterin kranke Hunde bekommen hatte.

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