Der Donau-Pegel bei Kienstock (NÖ) fiel am Dienstag auf nur noch 109 Zentimeter – ein neuer historischer Tiefstand. Experten rechnen damit, dass der Pegel in den kommenden Tagen sogar unter 100 Zentimeter sinken könnte. Normalerweise liegt der Wasserstand dort bei rund 300 Zentimetern.
In Aggstein reicht die Messlatte laut Fischereiaufseher Hermann Miedler mittlerweile nicht einmal mehr bis ins Wasser. "Das hat es noch nie gegeben", berichtet er.
Besonders betroffen von der andauernden Hitzeperiode und dem Niederschlagsloch sind die Jungfische. In Oberösterreich ist die rund 40 Kilometer lange Mattig auf fünf Kilometern komplett ausgetrocknet. Miedler warnt: "Viele Jungfische verenden. Das Problem wird immer dramatischer." Außerdem gehen auch die kleinen Lebewesen am Boden des Baches verloren und diese spielen wiederum einen großen Teil in der Ernährung der Fische.
Durch die angekündigte Hitzewelle droht die Lage zu eskalieren. Durch die steigende Wassertemperatur sinkt der Sauerstoffgehalt im Wasser, das wiederum ist tödlich für viele Fischarten. Bachforellen, Saiblinge und Äschen geraten bereits ab 20 Grad Wassertemperatur in einen Stresszustand. Sollte das Wasser über einen längeren Zeitraum 25 Grad oder mehr haben, könnte es für viele Fische tödlich enden.
Die Fischereiverbände werden automaisch alarmiert, sobald kritische Temperaturen erreicht werden. Es wird dann versucht die Fische aus ausgetrockneten Gebieten abzufischen und in kühlere Bereiche umzusiedeln. Weiters versuchen sie wieder mehr Wasser den Flüssen zuzuführen. Für viele Jungfische kommt jedoch jede Hilfe zu spät. Durch die Trockenheit entstehen kleine Tümpel ohne Zufluss, in denen sich das Wasser auf bis zu 30 Grad aufheizt. "Wir finden immer wieder tote Fische", berichtet Miedler.
Auch an den meisten größeren Zuflüssen zur Donau liegt der Wasserstand bereits unter den langjährigen Niedrigwasserwerten. Solange der Regen noch ausbleibt, wird es keine Verbesserung der Lage geben. Die Situation kann sich erst wieder entspannen, wenn wieder Niederschläge fallen. Bis dahin kämpfen die Flussbewohner um ihr Überleben.