Auf die steirischen Universitäten kommen nach eigenen Angaben schwierige Jahre zu. Wegen der erwarteten Budgetkürzungen bereitet sich die Universität Graz bereits auf Einsparungen vor. Rektor Peter Riedler warnt gegenüber der "Kronen Zeitung" vor den Folgen für Personal, Lehre und Forschung.
Die neue Leistungsvereinbarung für die Jahre 2028 bis 2030 muss bis Ende Oktober beschlossen werden. Zwar liegen die endgültigen Vorgaben der Regierung noch nicht vor, für Riedler ist aber klar, dass die Hochschulen mit deutlich weniger Geld auskommen müssen. Aus seiner Sicht gehe es nun darum, Einsparungen vorzunehmen, ohne dass die Qualität von Forschung und Lehre darunter leidet. Er rechnet damit, dass einige hundert Stellen betroffen sein könnten.
Schon im kommenden Jahr will die Universität ihre Sachausgaben um 16 Prozent reduzieren. Gespart werden soll unter anderem bei Marketing und Kommunikation. Da rund 80 Prozent der Kosten auf Personal entfallen, gilt in der zentralen Verwaltung bereits ein Aufnahmestopp.
Bis Ende 2027 sollen dort rund 50 Stellen wegfallen. Kündigungen seien nach Möglichkeit nicht geplant, stattdessen soll der Abbau vor allem über Pensionierungen und andere natürliche Abgänge erfolgen.
Auch die Lehre bleibt von den Sparmaßnahmen nicht verschont. Laut Riedler sollen zwar alle Studienrichtungen erhalten bleiben, bei externen Lehraufträgen werde jedoch gespart. Für Studierende könnte das künftig eine geringere Auswahl an Lehrveranstaltungen und Seminaren bedeuten.
Kleine Studienrichtungen mit wenigen Studierenden will der Rektor dennoch erhalten. Eine Volluniversität müsse auch solche Fächer anbieten und dürfe Bildung nicht ausschließlich nach wirtschaftlichen Kriterien beurteilen. Gerade Geisteswissenschaften seien für Themen wie Demokratie oder den Umgang mit Künstlicher Intelligenz von großer Bedeutung.
Besorgt zeigt sich Riedler auch mit Blick auf den Wissenschaftsstandort Graz. Forschung und Unternehmen seien eng miteinander verbunden, weshalb Einschnitte an den Universitäten weitreichende Folgen haben könnten. Auch der Konferenztourismus könnte dadurch unter Druck geraten.