Pläne sorgen für Demo-Welle

Sparpaket für Unis – jetzt droht Aus für Studiengänge

Österreichs Unis drohen massive Budgetkürzungen. Neben tausenden gefährdeten Jobs könnten sogar ganze Studienrichtungen gestrichen werden.
Lara Heisinger
22.05.2026, 16:22
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Nach Bekanntwerden der geplanten Einsparungen an Österreichs Universitäten schlagen diese Alarm. Laut der Universitätenkonferenz (uniko) könnten den Hochschulen bis 2023 insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro fehlen.

Seit mehr als 20 Jahren könnten die Hochschulen weniger Geld bekommen. Seit Einführung des Universitätsgesetzes Anfang der 2000er-Jahre waren die Mittel für die Hochschulen bisher in jeder dreijährigen Finanzierungsperiode gestiegen – wenn auch unterschiedlich stark.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Zuletzt hatten die Universitäten stark unter der hohen Inflation infolge der Corona-Pandemie und des russischen Angriffs auf die Ukraine gelitten. Als Ausgleich wurde das Budget für die laufende Periode 2025 bis 2027 deutlich angehoben. Es stieg um mehr als 30 Prozent auf knapp über 16 Milliarden Euro – exklusive Ärztegehälter an den Medizinunis.

APA-Grafik: Entwicklung des Uni-Budgets
APA-Images / APA-Grafik / BMBWF

Für die kommende Periode errechnete die uniko einen Bedarf von rund 18 Milliarden Euro – inklusive Ärztegehälter. In den aktuellen Budgetplänen sind derzeit allerdings nur rund 15,5 Milliarden Euro vorgesehen.

Schließungen von Studienrichtungen möglich

Sollte es bei der Milliarden-Kürzung bleiben, warnen die Universitäten vor drastischen Folgen. Darunter massive Einschnitte beim Personal – jede fünfte Stelle könnte wegfallen. Um die Studienqualität weiterhin sicherstellen zu können, wären auch "Schließungen von Studienrichtungen möglich", so Sebastian Schütze, Rektor der Universität Wien gegenüber dem ORF. "Bedroht sind potenziell alle Studienrichtungen".

Welche Studienrichtungen betroffen sein könnten, bleibt offen. "Überleben" sollen laut Schütze jedoch nicht nur die großen Studienrichtungen und verweist auf viele Fächer, die in Österreich nur an der Universität Wien oder sogar an wenigen Hochschulen im deutschsprachigen Raum angeboten werden.

"Wir können die Wertigkeit einer Studienrichtung nicht allein an Zahlen ablesen", so Schütze mit Blick auf Judaistik, was zu Studiengängen mit den wenigsten eingeschriebenen Personen zählt. "Ich glaube nicht, dass wir uns in Österreich vorstellen wollen, die Judaistik zu schließen."

Bei dem Fach mit den wenigsten Studierenden an der Universität Wien handelt es sich um das Studium Ägyptologie mit 50 eingeschriebenen Personen. Es wird österreichweit nur an der Uni-Wien angeboten. Dahinter folgen Byzantinistik und Neogräzistik mit 65 Personen, Sprachen und Kulturen Südasiens mit 69 sowie Judaistik (70) und Evangelische Fachtheologie (76).

Großdemo in Wien

Am Mittwoch (27. Mai) ist eine Großdemo in Wien gegen die Kürzungen geplant. Tausende Demonstranten werden erwartet. In einzelnen Bundesländern werden ebenfalls Demonstrationen stattfinden.

{title && {title} } LH, {title && {title} } 22.05.2026, 16:22
Jetzt E-Paper lesen