Im Parlament steht ein wichtiger Personalwechsel bevor: Parlamentsdirektor Harald Dossi geht mit 1. August in Pension. Die Entscheidung lag bei Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ), der am Freitag die Nachfolge bekannt gab.
Unter elf Bewerbern wurde Sektionschef Roland Weinert mit der Leitung der Parlamentsdirektion betraut. Der gebürtige Linzer gilt als erfahrener Spitzenbeamter und war in mehreren Ministerien tätig. Bereits seit Längerem wurde spekuliert, dass die FPÖ einen freiheitlichen Kandidaten durchsetzen könnte.
Weinert begann seine Laufbahn unter anderem im Kabinett der damaligen Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer. Nach seiner Ausbildung zum Polizeijuristen arbeitete er in Wien-Margareten, ehe er ins Sozialministerium wechselte. Dort war er unter Ursula Haubner stellvertretender Kabinettschef.
Später leitete Weinert über Jahre verschiedene Abteilungen und Sektionen in mehreren Ministerien. Kurzzeitig war er Kabinettschef von Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache. Danach übernahm er die Leitung der Präsidialsektion. Zwischen 2018 und 2019 war er zudem Generalsekretär im Ministerium für öffentlichen Dienst und Sport.
Seit Juli 2022 leitet Weinert die Präsidialsektion sowie die Sektion I im damaligen Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft.
Offiziell gab es zwar eine Ausschreibung und eine vierköpfige Personalkommission. Beobachter gehen davon aus, dass die Abstimmung mit FPÖ-Chef Herbert Kickl erfolgte.
Die Behörde unterstützt Nationalrat, Bundesrat und die österreichischen EU-Mandatare und organisiert den Ablauf des parlamentarischen Betriebs. Der künftige Direktor übernimmt Verantwortung für rund 500 Mitarbeiter und muss neben juristischer Expertise auch Managementqualitäten mitbringen.