Haarig ist nicht nur die Reform des Grundwehrdienstes (8 plus 2 Monate), die SPÖ und Neos blockieren. Heeres-Ministerin Klaudia Tanner (VP) verfügte diese Woche eine neue Frisuren-Weisung für Soldaten. "Lange Haare sind möglich" – und zwar nach einem Urteil des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) nun für Frauen und Männer. Mit "Heute" sprach die Bundesministerin über:
"Es ist notwendig, den Grundwehrdienst auf acht Monate zu verlängern, verbunden mit zwei Monaten verpflichtenden Milizübungen – und parallel dazu den Zivildienst von aktuell neun auf mindestens 12 Monate."
"Meine Position und die meiner Partei ist eindeutig: Umsetzen, so schnell wie möglich. Dieses Modell – 'Österreich plus' – ist bereits am 20. Jänner von der Expertenkommission präsentiert worden. Man müsste jetzt einmal die Parlamentsparteien fragen, was da so lange dauert. Es hat auch niemand ausgesprochen, welche Gründe es geben kann, einer Expertenkommission nicht zu folgen – vor allem, wenn man auf die veränderte geopolitische Situation blickt."
"Ich bin überzeugt, dass die Bevölkerung hier schon weiter ist als so manche politische Partei. Mehr Übungen sind auch im eigenen Interesse junger Männer. Nur, wer regelmäßig übt, ist entsprechend vorbereitet, mit modernen Waffensystemen umzugehen."
"Es ist nie ein Fehler, das Volk zu fragen."
"Den Frieden weiterhin zu sichern."
"Sobald absolute Gleichstellung in der Gesellschaft erreicht ist, kann man darüber sprechen. Aktuell darf ich auf den Gender-Pay-Gap und die ungleiche Verteilung der Betreuungspflichten verweisen."
„Kürzungen beim Heer sind nicht möglich. Wir haben einen Aufbauplan, der im Landesverteidigungs-Finanzierungsgesetz festgelegt ist“Klaudia TannerVerteidigungsministerin (VP)
"Wir nehmen das VfGH-Erkenntnis ernst und haben nun einen provisorischen Erlass auf den Weg gebracht. Dieser regelt die Thematik geschlechterneutral. Heißt konkret: Lange Haare sind möglich. Sie können mit einem Dutt oder geflochtenen Zopf getragen werden – und zwar sowohl von Frauen als auch von Männern."
"Die Weisung wurde diese Woche auf den Weg gebracht."
"Man braucht sowohl das eine als auch das andere. Es ist nichts anderes als eine Notwendigkeit, dass wir gerade als neutraler Staat in der Lage sein müssen, uns gegen die Gefahren aus der Luft zu verteidigen zu können."
"Sehe ich überhaupt nicht. Die Verfassung gibt uns Neutralität vor – und das bedeutet, nicht Mitglied eines Militärbündnisses zu sein."
Zum Sager der Außenministerin meint Klaudia Tanner vielsagend: "Wir haben eine Verfassung, auf die wir angelobt sind. Alleine die Verfassung legt auch fest, wie die Neutralität auszulegen ist. Und lassen Sie mich vielleicht noch anfügen: Die Bevölkerung steht dahinter!"
"Sind nicht möglich. Wir haben einen Aufbauplan, der im Landesverteidigungs-Finanzierungsgesetz festgelegt ist. Diesen haben wir zu erfüllen. Mit der Vollziehung bin nicht nur ich beauftragt, sondern auch der Finanzminister."
"Sicherheit ist vielleicht nicht alles, aber ohne Sicherheit ist alles nichts. Es war in der Vergangenheit ein Fehler, Österreich als Insel der Seligen zu betrachten. Ich bin als zuständige Ministerin für die Sicherheit unseres neutralen Staates Österreich – und dafür, dass wir uns entsprechend verteidigen können. Diesen Auftrag nehme ich ernst."