Pro Jahrgang werden in Österreich (je nach Geburtsjahr schwankend) rund 50.000 Stellungspflichtige im Rahmen der Stellung beim Bundesheer auf ihre Eignung für den Wehrdienst untersucht.
Obwohl die Kriegsgefahr seit Beginn der Russland-Invasion und der Bombardierung des Iran weltweit steigt, gibt es unerfreuliche Zahlen aus Österreich: Unsere jungen Männer wachsen – aber vor allem in die Breite. Das zeigen jetzt die Zahlen aus dem Verteidigungsministerium, die von der Stellungskommissionen gesammelt wurden. Seit den 1970er-Jahren ist die durchschnittliche Größe von 177 auf 179 Zentimeter gestiegen. Beim Gewicht fällt der Anstieg deutlich stärker aus: von 71 auf 77 Kilo.
Auffällig: Immer mehr bringen deutlich mehr auf die Waage. Der Anteil der Männer mit über 90 Kilo hat sich verdreifacht und liegt jetzt bei 18 Prozent. Überraschend bleibt die Zahl der diagnostizierten Übergewichtigen stabil. Nach einem Corona-Anstieg sind die Werte zuletzt wieder gesunken – etwa auf dem Niveau von 2015, allerdings bei weniger Stellungspflichtigen insgesamt.
Auch die Tauglichkeit bleibt konstant: Rund 60 Prozent gelten weiterhin als tauglich, rund 20 Prozent sind untauglich und durchschnittlich 8 Prozent vorübergehend untauglich. Neu ist seit 2021 die Kategorie "teiltauglich", die aber kaum ins Gewicht fällt.
Über 85 Prozent der Stellungspflichtigen weisen mindestens eine medizinische Diagnose auf. Und: erstmals sind Erkrankungen des Bewegungsapparates (Plattfuß, Wirbelsäulenverkrümmung) die häufigste Erkrankung, noch vor der besonders häufigen Kurzsichtigkeit. Dahinter folgen Allergien und das besagte Übergewicht. Auch psychische Probleme werden häufiger festgestellt als früher.
"Die Stellung stellt für viele junge Menschen die erste umfassende Gesundheitsuntersuchung dar und ermöglicht Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand einer ganzen Generation. Damit leistet das Bundesheer einen wichtigen Beitrag zur Früherkennung und zur weiteren medizinischen Versorgung junger Männer, aber auch bei Frauen, die den freiwilligen Grundwehrdienst ableisten", so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner.