Das Burgenland geht beim Thema Asyl weiter einen eigenen Weg. Seit Ende 2024 gelten dort verbindliche Regeln für gemeinnützige Tätigkeiten von Asylwerbern. Während andere Bundesländer großteils auf Freiwilligkeit setzen, verfolgt das Land damit einen strengeren Kurs.
Asylwerber in der Grundversorgung sollen sich in Gemeinden oder bei Tätigkeiten des Landes einbringen. Dafür gibt es zusätzlich zu den Grundversorgungsleistungen 1,60 Euro pro Stunde.
SPÖ-Landesrätin Daniela Winkler sagt dazu: "Migration muss finanziell und gesellschaftlich tragbar sein."
Aktuell betrifft das Modell laut Land 65 Personen, 35 davon sind bereits im Einsatz. Bedarf angemeldet haben bisher 38 der 171 burgenländischen Gemeinden. Die Zuteilung erfolgt nach geografischen Kriterien, sozialer Zumutbarkeit und Betreuungspflichten.
Im Unterschied zum Burgenland setzen Niederösterreich, Tirol und Wien derzeit auf freiwillige Modelle. Kärnten arbeitet an einer Gesetzesnovelle mit möglichen verpflichtenden Elementen. Vorarlberg hat bereits ein Modell mit finanziellen Kürzungen bei fehlender Bereitschaft, Oberösterreich arbeitet an einer ähnlichen Lösung.
Winkler sieht im Modell Vorteile für Integration und Gemeinden: "Gemeinnützige Tätigkeiten fördern Integration, stärken Sprachkenntnisse und schaffen direkte Kontakte zur Bevölkerung."
Zugleich verteidigt sie den Kurs klar: "Wer Unterstützung aus öffentlicher Hand erhält, soll sich auch einbringen." Es gehe "nicht um Symbolpolitik", sondern um "verbindliche und faire Regeln".
Trotz aktuell rückläufiger Asylzahlen warnt die Landesrätin vor möglichen neuen Entwicklungen: „Diese Pendelbewegung gab es auch in der Vergangenheit schon, die Zahlen können sich durch eine Zuspitzung von geopolitischen Konflikten schnell ändern, und darauf muss man vorbereitet sein."