Im Zuge der Budgetverhandlungen hat sich die Regierung nun auf den Beitrag der Pensionisten zum Sparpaket geeinigt. Die volle Pensionsabgeltung in Höhe von angenommenen 3,3 Prozent erhalten 2027 nur die Mindestpensionisten.
Alle anderen Pensionen steigen um 2,95 Prozent, also unter der Inflation. Bis zur Höchstbeitragsgrundlage von 6.930 Euro – wer mehr Pension bezieht, bekommt keine prozentuelle Anpassung, sondern einen Fixbetrag von monatlich 204,44 Euro.
Für die Erhöhung nimmt der Staat im kommenden Jahr 2,4 Milliarden Euro in die Hand. Die Anpassung unter Inflation für die meisten Pensionisten erspart 280 Millionen Euro.
Nicht zufrieden sind naturgemäß die Seniorenvertreter. Sie waren beim abschließenden Gespräch am Mittwoch im Kanzleramt dabei und forderten bis zuletzt die volle Inflationsabgeltung für alle 2,6 Millionen Pensionisten in Österreich.
"Die Entscheidung der Regierung bricht mit dem Versicherungsprinzip und schwächt die Kaufkraft jener Menschen, die ihr Leben lang eingezahlt haben", so Birgit Gerstorfer, Präsidentin des Pensionistenverbands.
Aus Sicht des Seniorenrats wäre es Aufgabe der Bundesregierung gewesen, alternative Finanzierungsquellen zu nutzen, statt erneut bei jener Generation zu sparen, die das System mit aufgebaut hat.
Auch wenn es diesmal nicht wie heuer eine Deckelung bei mittleren Pensionen gebe, "liegt die Anpassung mit 2,95 Prozent unter der Inflationsrate, während die Preise bei Wohnen, Energie und Lebensmitteln weiter steigen", erklärt Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec.
"Wir respektieren demokratische Beschlüsse", so Korosec und Gerstorfer. Aber Respekt gegenüber der älteren Generation bedeute auch, "die Spielregeln einzuhalten, auf denen das Vertrauen in unser Pensionssystem beruht“.
Die FPÖ kritisiert die Pensions-Lösung scharf. Es sei "eiskalter Pensionsraub" und ein "respektloser Anschlag auf die Lebensleistung unserer älteren Generation", empört sich die freiheitliche Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch.
Pensionen seien "keine Almosen, über die eine Regierung nach Lust und Laune entscheiden" könne, sondern es handle sich um "eine hart erarbeitete und bezahlte Versicherungsleistung", sagt Belakowitsch.