Die Bundesregierung plant, die Budgets der Medizinischen Universitäten ab 2028 um rund 14 Prozent zu reduzieren. Betroffen wären damit nicht nur Forschung und Lehre, sondern auch Personal und Infrastruktur an den Universitätskliniken.
Gerade diese Kliniken übernehmen jedoch einen großen Teil der medizinischen Versorgung in den Bundesländern. Zudem wird dort der Großteil der Ärzte ausgebildet. Gleichzeitig sei zuletzt aus der Politik die Forderung nach einer Verdoppelung der Medizinstudienplätze gekommen.
Die Ärztekammern kritisieren deshalb einen Widerspruch in der Gesundheitspolitik. Die Universitäten seien von der Bundesregierung vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Die Kürzungen seien kein rein universitäres Problem, sondern würden das gesamte Gesundheitssystem betreffen.
"Die geplanten Einsparungen treffen nicht nur Forschung und Lehre, sondern unmittelbar die medizinische Versorgung der Bevölkerung. Einrichtungen wie das AKH Wien tragen einen wesentlichen Teil der Gesundheitsversorgung in der Bundeshauptstadt und übernehmen insbesondere hochkomplexe Fälle. Die Budgetkürzungen bedrohen also die seit Jahrzehnten aufgebaute Spitzenmedizin in Wien ebenso wie die Versorgung der Patientinnen und Patienten", so OMR Dr. Johannes Steinhart, Präsident der Ärztekammer in Wien.
Auch aus der Steiermark kommt deutliche Kritik. "Wer heute die Ausbildungsplätze kürzt, hat morgen keine Ärzte. Das ist keine Warnung – das ist Mathematik", sagte Dr. Michael Sacherer, Präsident der Ärztekammer für Steiermark.
Dr. Stefan Kastner, Präsident der Ärztekammer für Tirol, warnte ebenfalls vor den Folgen der Einsparungen: "Eine Schwächung der universitären Strukturen lässt gerade in Westösterreich massive Einschränkungen in der Ärzt:innenausbildung und Patient:innenversorgung befürchten."
Die Ärztekammern betonen zwar, dass Sparmaßnahmen grundsätzlich nachvollziehbar seien. Gleichzeitig handle es sich bei der Universitätsmedizin um einen zentralen Teil der öffentlichen Gesundheitsversorgung. Einsparungen dürften deshalb nicht zulasten der Patienten gehen.