Österreich könnte bald einen halben Schritt in Richtung Osten machen.
Die Visegrád-Gruppe wurde 1991 nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und des Kommunismus gegründet. Polen, Tschechien, die Slowakei und Ungarn wollten ihre Kräfte bündeln, um gemeinsam möglichst gut den Übergang zur liberalen Demokratie zu schaffen. Seither stimmen sich die Staaten des Bündnisses über gemeinsame Positionen innerhalb der EU ab. Und schon bald könnten sie erstmals Zuwachs bekommen.
Das System Orbán wurde von den Ungarn vernichtend abgewählt, der proeuropäische Péter Magyar ist seit zwei Wochen offiziell im Amt. Sein zweiter Auslands-Besuch führte ihn am Donnerstag nach Österreich – denn die beiden Staaten wollen innerhalb der EU künftig enger zusammenarbeiten.
Bei einer Pressekonferenz wurde bereits angekündigt, dass noch im September eine gemeinsame Regierungssitzung abgehalten werden soll – und zwar im Sisi-Schloss Gödöllő. Wien und Budapest sollen damit wieder enger zusammenrücken und eine starke Achse in Mitteleuropa bilden.
Brisant: Magyar bekräftigte den Vorstoß, Österreich in die Visegrád-Gruppe aufzunehmen. Ende Juni soll es in Budapest einen Gipfel der vier Staaten geben, bei dem die Aufnahme diskutiert werden soll. Die Entscheidung obliege aber laut Magyar "nicht mir allein". Die APA zitiert Stocker: "Ich unterstütze jeden Vorstoß, gemeinsam in Europa mehr zu bewegen."