Nur eineinhalb Wochen nach seiner Vereidigung tritt Ungarns Ministerpräsident Péter Magyar am Dienstag seine erste Auslandsreise an. Nach einem Besuch in Polen reist er am Mittwoch weiter nach Österreich – mit einer Maschine der Austrian Airlines.
Auf Facebook veröffentlichte Magyar Details seiner Reise. "Auf dem Weg zu meinem ersten offiziellen Premierministerbesuch in Polen. Wir kommen in Wien mit einem kommerziellen Flug in die wunderbare Stadt Krakau an, von wo aus geht es mit dem Zug weiter nach Warschau", schrieb er.
Auf einem Foto seines Facebook-Postings ist zu sehen, dass der ungarische Premier zusammen mit der ungarischen Außenministerin Anita Orbán mit einer Maschine von Austrian Airlines unterwegs ist.
Besonders die Beziehungen zu Warschau will Magyar nach Jahren der Spannungen wieder verbessern. Unter seinem Vorgänger Viktor Orbán galt das Verhältnis zu Polen wegen dessen Nähe zu Moskau seit Beginn des Ukraine-Krieges als belastet.
Der neue Regierungschef hatte bereits vor seinem Amtsantritt vorgeschlagen, die Visegrad-Gruppe aus Ungarn, Polen, Tschechien und der Slowakei mit dem sogenannten Austerlitz-Format aus Österreich, Tschechien und der Slowakei enger zu verknüpfen. Ziel sei eine stärkere gemeinsame Position innerhalb der Europäischen Union.
In Polen stehen Treffen mit Präsident Karol Nawrocki und Regierungschef Donald Tusk auf dem Programm. Begleitet wird Magyar von mehreren Regierungsmitgliedern, darunter Außenministerin Anita Orbán. Der polnische Vize-Außenminister Ignacy Niemczycki sprach im Vorfeld von der Hoffnung auf eine "loyalere" Zusammenarbeit mit der neuen Führung in Budapest.
Beobachter sehen in Magyar zudem einen möglichen politischen Kurswechsel nach polnischem Vorbild. Tusk hatte nach dem Machtwechsel 2023 die Beziehungen seines Landes zur EU verbessert und schrittweise eingefrorene Fördergelder freibekommen.
Am Mittwochabend wird der ungarische Regierungschef schließlich in Österreich erwartet. Bei den Gesprächen sollen wirtschaftliche Zusammenarbeit und Migrationspolitik im Mittelpunkt stehen.
Sein Besuch in Wien fällt jedoch kürzer aus als ursprünglich geplant. Am Donnerstag soll Magyar nach ein paar Stunden wieder aus Wien abreisen. Als Grund werden dringende Regierungsgeschäfte in Budapest genannt.
Auch seine geplante Teilnahme beim Europaforum Wachau in Stift Göttweig ist abgesagt sowie eine Veranstaltung bei der Wirtschaftskammer.
"Ich werde am Donnerstagmorgen von Warschau nach Wien ankommen und mit dem österreichischen Kanzler und dem Präsidenten formelle Verhandlungen führen. Ich komme am Donnerstagabend mit dem Zug wieder nach Budapest an", erklärte Magyar weiter.