Bereits seit einem Monat stehen die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA still. Offenbar sind nun beide Seiten zu Kompromissen bereit. Unter Berufung auf den iranischen Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi berichtet die Nachrichtenagentur Irna nun von einem Vorschlag, der an Washington übermittelt wurde.
Unklar bleibt, wie US-Präsident Donald Trump auf die Forderungen reagiert. Das Abkommen ähnelt einem Vorschlag, den Trump zuletzt als "Müll" bezeichnet hatte. Konkret umfasst das nunmehrige Friedensangebot mehrere Punkte, die Washington erfüllen muss.
Unter anderem verlangt der Iran ein Ende der Feindseligkeiten an allen Fronten, den Abzug der US-Truppen aus der Region und Reparationen für die Schäden, die durch den Krieg entstanden waren. Des Weiteren sollen alle US-Sanktionen aufgehoben, alle eingefrorenen Gelder freigegeben und die US-Seeblockade beendet werden.
Als positives Zeichen gilt, dass Trump erneute Angriffe auf den Iran vorerst ausgesetzt hat. Demnach sehe Washington sehr gute Chancen, dass man ein Abkommen zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms erzielen könne. "Wenn wir das schaffen, ohne sie in Grund und Boden zu bomben, wäre ich sehr glücklich", so der US-Präsident.
Unterdessen wächst der Druck auf Trump, da man unbedingt eine Freigabe der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Straße von Hormus erzielen müsse. Auch in den USA seien die Preise für Treibstoff gestiegen.
Wie das "Handelsblatt" berichtet, hatte am Montag ein iranischer Regierungsvertreter erklärt, dass die USA dazu bereit wären, zumindest ein Drittel der eingefrorenen iranischen Gelder freizugeben. Die Summe bewege sich dabei im zweistelligen Milliardenbereich. Laut dem nunmehrigen Vorschlag verlangt der Iran jedoch die Freigabe aller Gelder.