Rotstift bei Pensionen

"Geht um Wertschätzung" – Korosec kritisiert Sparpläne

Im Zuge radikaler Sparpläne setzt die Regierung nun auch bei Pensionisten den Rotstift an. In der ZiB-2 übt Ingrid Korosec deshalb scharfe Kritik.
Newsdesk Heute
21.05.2026, 22:20
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Die Bundesregierung hat sich auf die Pensionserhöhung für 2027 geeinigt. Wie das Sozialministerium am Donnerstag mitteilte, steigen die Pensionen regulär um 2,95 Prozent – und damit leicht unter der prognostizierten Inflation. Rund 2,1 Millionen Pensionisten erhalten damit keinen vollen Teuerungsausgleich.

Mindestpensionisten bekommen hingegen ein Plus von 3,3 Prozent. Betroffen sind rund 200.000 Menschen. Pensionen über 6.930 Euro werden nicht prozentuell erhöht, sondern mit einem monatlichen Fixbetrag von 204,44 Euro angepasst.

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Die Regierung will damit kleinere und mittlere Pensionen stärker absichern. Gleichzeitig soll die Maßnahme laut Regierung rund 280 Millionen Euro zur Budgetsanierung beitragen. Insgesamt kostet die Pensionserhöhung rund 2,4 Milliarden Euro.

"Auf die große Wunde ein Pflaster"

Heftige Kritik an der Bundesregierung hagelt es nun von Seniorenvertretern. Ingrid Korosec, die Präsidentin des ÖVP-Seniorenbundes, äußerte sich am Donnerstagabend in der ZiB-2 zur Causa. "Es war immer eine Kernforderung von uns, dass man keinen Deckel einzieht. Menschen, die mehr einzahlen, haben auch Anspruch auf eine höhere Pension", betont Korosec. In den vergangenen Jahren habe man vor allem Menschen mit besonders niedrigen Pensionen unterstützt und ihnen eine Ausgleichszulage zugesprochen. Dabei gehe es laut Korosec allerdings nicht um Pensionen selbst, sondern um Armutsbekämpfung.

Die Seniorenvertreterin warnt davor, jene Menschen zu vergessen, "die Österreich mit aufgebaut haben". Gerade diesen Menschen müsse "Wertschätzung" entgegengebracht werden. Gleichzeitig spricht sich Korosec auch gegen Lohnabschlüsse unter der Inflationsrate aus.

Beim vergangenen Doppelbudget hätten die Senioren bereits 8,4 Milliarden Euro zur Budgetsanierung beigetragen, sagt Korosec. Sie sehe ein, dass nun gespart werden müsse, allerdings gebe es dafür andere Möglichkeiten – etwa eine Gesundheitsreform. In den bestehenden Strukturen versickere "sehr viel Geld", dort müsse angesetzt werden.

Offen zeigt sie sich auch für eine umfassende Pensionsreform. Diese dürfe jedoch nicht nur aus einer Anhebung des Pensionsalters bestehen, sondern müsse "Visionen beinhalten". Dafür brauche es unterschiedliche Modelle, denn derzeit lege man "auf die große Wunde ein Pflaster". Wer eine Reform angehe, müsse über den Tellerrand blicken.

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