Der Widerstand wächst

"Frontalangriff!" – Länder kritisieren Uni-Sparpläne

Österreichs Landeschefs kritisieren die geplanten Milliarden-Kürzungen bei den Unis scharf und warnen vor massiven Folgen.
Newsdesk Heute
22.05.2026, 10:51
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Österreichs Universitäten schlagen Alarm: Die Regierung plant offenbar massive Einsparungen im Hochschulbereich. Laut Universitätenkonferenz (uniko) könnten den Unis bis 2030 insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro fehlen – nun wächst der politische Widerstand.

Wie mehrere Rektoren am Mittwoch erklärten, soll das Uni-Budget für die Jahre 2028 bis 2030 von bisher 16,5 auf 15,5 Milliarden Euro sinken. Uniko-Präsidentin Brigitte Hütter sprach von einem "Super-GAU" und einer in diesem Ausmaß "beispiellosen" Kürzung.

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Die Universitäten warnen vor drastischen Folgen für Forschung, Lehre und den Wirtschaftsstandort Österreich. Sollte der Sparkurs umgesetzt werden, müssten laut Sebastian Schütze, Rektor der Universität Wien, rund 20 Prozent der Stellen gestrichen werden. Besonders kritisch sei die Lage laut Markus Müller, Rektor der MedUni Wien, im medizinischen Bereich.

Unterstützung von Landeschefs

Unterstützung bekommen die Unis nun aus der Politik. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) stellte sich klar hinter die Hochschulen. In Wien seien rund 200.000 Studierende eingeschrieben, Bildung und Forschung seien daher von zentraler Bedeutung. "Daran hängt die Zukunft unseres Landes als Nation mit einem der höchsten Lebensstandards der Welt."

Europa investiere derzeit massiv in Universitäten, Forschung und Technologie – Österreich müsse diesen Weg ebenfalls gehen, betonte Ludwig. "Passiert das nicht, ist nicht nur die Wirtschaft betroffen, sondern unsere Gesellschaft in ihrer Gesamtheit", warnte der Wiener Bürgermeister – mehr dazu hier.

Auch Kärntens Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ) kritisierte die geplanten Einsparungen scharf. "Gerade in Zeiten in denen wir uns mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen konfrontiert sehen, braucht es starke Universitäten und wissenschaftliche Forschung. Wer ihre Mittel kürzt, schwächt den gesamten Bildungsstandort Österreich. Wir brauchen mehr Unterstützung für Wissenschaft und Innovation, nicht weniger."

FPÖ-Landeschef Mario Kunasek sprach auf Facebook von einem "Frontalangriff auf unseren Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort". Allein die steirischen Universitäten müssten demnach rund 500 Millionen Euro einsparen. "Mit diesem Kahlschlag verlieren wir an Qualität in Forschung und Lehre, unsere Studenten erhalten schlechtere Betreuungsschlüssel und 1000 Arbeitsplätze an unseren Universitäten sind massiv gefährdet."

Etwas vorsichtiger äußerte sich das Büro der Salzburger Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP). Dort hieß es: "Wissenschaft und Forschung haben für Österreich einen hohen Stellenwert. Das ist bei den laufenden Budgetverhandlungen jedenfalls zu berücksichtigen."

{title && {title} } red, {title && {title} } 22.05.2026, 10:51
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