Tierische Dürre in Vorarlberg

Trotz Regen! Flüsse versiegen in ganz Österreich

Die anhaltende Trockenheit lässt Flüsse in Vorarlberg versiegen und bedroht Tiere wie Fische, Amphibien und Vögel in ihren Lebensräumen.
Heute Tierisch
21.07.2026, 08:46
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Der Ruggbach zwischen Hörbranz und Lochau entspringt am Pfänder und fließt in den Bodensee. Momentan findest du dort aber nur Steine, denn die anhaltende Hitze hat den Fluss komplett ausgetrocknet. Auch andere Flüsse wie die Leiblach oder die Dornbirner Ach führen derzeit nur sehr wenig Wasser. Deshalb sind auch kaum noch Fische zu sehen. Das bestätigt Biologe Walter Niederer im Gespräch mit dem ORF Vorarlberg.

"Die Tiere suchen derzeit nach Nahrung, aufgrund der Trockenheit finden sie diese aber nicht. Daher sterben Jungtiere und der Stärkere frisst den Schwächeren", erklärt Niederer das Verschwinden der Fische. Betroffen sind unter anderem Forellen und Strömer.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Die Trockenheit macht sich nicht nur bei den Fischen bemerkbar, sondern auch bei Amphibien. Diese können laut Niederer zwar noch eine Zeit lang aushalten, aber wenn auch die letzten kleinen Tümpel austrocknen, wird es für sie schwierig. Das gilt auch für Vögel. Sie haben es derzeit schwer, an Regenwürmer zu kommen, weil der Regen fehlt, so Niederer.

Auch am Bodensee ist das Wasser deutlich zurückgegangen. Der Uferbereich ist jetzt nicht mehr dort, wo er eigentlich sein sollte. Für die Tiere sei das bisher nicht dramatisch. "Man muss sich aber immer überlegen, ob das jetzt kurzfristig oder langfristig ist. Haben wir mehrere längere trockene Phasen, kann das sehr wohl zum Problem werden", meint Niederer.

„An der Uferlinie wächst jetzt Vegetation, statt eines Kiesufers sehen wir jetzt viele Pflanzen.“
Walter NiedererBiologe

Verändert sich der Wasserstand, verändert sich auch das Verhalten der Menschen. "Der Mensch bewegt sich dann dort, wo sich normalerweise Tiere aufhalten würden", erklärt Niederer. Zum Beispiel in Bereichen am See, wo sonst das Schilf im Wasser steht und die jetzt als Uferlandschaft genutzt werden.

Auch bei den Mücken gibt es derzeit einen starken Rückgang, sagt Markus Nußbaumer von der inatura in Dornbirn. Für uns Menschen ist das zwar angenehm, für die Tiere aber ein Problem. "Mücken brauchen Wasserpfützen, um Eier zu legen", so Nußbaumer im Gespräch mit dem ORF Vorarlberg.

Mit der Hitze kommt der Storch hingegen gut zurecht. Auch für den Graureiher sei die Trockenheit von Vorteil, sagt Nußbaumer. Die Wasserflächen, in denen sich die Fische sammeln, werden durch die Trockenheit kleiner. Der Graureiher, der sich immer öfter an Wassergräben aufhält, findet so leichter zu seiner Beute.

{title && {title} } red, {title && {title} } 21.07.2026, 08:46