Tierische Studie

Kaulquappen werden bei Hitze zu Vegetariern

Forscher haben herausgefunden, dass Kaulquappen bei steigenden Temperaturen mehr Pflanzen fressen. Doch diese Anpassung hat einen hohen Preis.
Heute Tierisch
16.07.2026, 13:18
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Die normalerweise fleischfressenden Kaulquappen der Iberischen Wechselkröte stellen bei Hitze ihre Ernährung um. Ein internationales Forscherteam hat entdeckt, dass die kleinen Amphibien bei steigenden Wassertemperaturen zunehmend zu Vegetariern werden.

Bei Hitze vegetarisch

Für die Studie zogen Wissenschafter der Universität Lissabon und der Queen Mary University of London Kaulquappen aus einem portugiesischen Gebirge bei unterschiedlichen Temperaturen auf. Die Ergebnisse sind eindeutig: Bei höheren Temperaturen erhöhen die Tiere den Anteil pflanzlicher Nahrung deutlich.

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„Dies ist die erste Studie dieser Art, die bei Wirbeltieren durchgeführt wurde.“
Dr. Sara Bento

Die Kaulquappen passen ihre Ernährung als Reaktion auf die Temperatur an: Bei kühlerem Wasser fressen sie mehr Fleisch, bei wärmerem mehr Pflanzen.

Schnellere Entwicklung, aber schwächere Tiere

Die Temperaturdifferenz hat massive Auswirkungen auf die Entwicklung. Bei 20 Grad Celsius dauert das Larvenstadium nur 30 Tage, bei 12 Grad hingegen 177 Tage. Doch die schnelle Entwicklung hat ihren Preis: Die Kröten aus dem warmen Wasser waren deutlich kleiner und in einem schlechteren körperlichen Zustand.

Gewusst? Früher wurde der Krallenfrosch als Schwangerschaftstest verwendet:

Die Forscher sehen in der Ernährungsumstellung einen Anpassungsmechanismus an den Klimawandel. Allerdings stößt diese Strategie schnell an ihre Grenzen. Bei steigenden Temperaturen können Kaulquappen Nährstoffe schlechter verarbeiten und speichern.

Folgen für das gesamte Ökosystem

Dr. Pavel Kratina warnt vor weitreichenden Konsequenzen:

„Unsere Ergebnisse helfen zu erklären, wie die globale Erwärmung Nahrungspräferenzen und ganze Nahrungsnetze verändern kann. Durch die veränderte Gewebezusammensetzung könnte auch der Wert der Tiere als Beute sinken.“

Die Wissenschafter fordern, dass Teiche und Feuchtgebiete als wichtige Rückzugsräume für Amphibien besser geschützt werden müssen – besonders angesichts der steigenden Temperaturen durch den Klimawandel.

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