Rund 8.000 Moorfrosch-Kaulquappen sind nach einem kurzen, aber wichtigen Aufenthalt im Tiergarten Schönbrunn wieder in ihre Heimat übersiedelt. Dort sollen sie dazu beitragen, die Bestände des in Österreich gefährdeten Moorfroschs zu stärken.
„Im Frühjahr brachten wir mit den erforderlichen Genehmigungen Moorfrosch-Laich aus Kärnten in den Tiergarten. Die geschlüpften Kaulquappen konnten wir hier rund zehn Wochen unter optimalen Bedingungen aufziehen. In ihrem natürlichen Lebensraum laufen Laichgewässer immer wieder Gefahr, auszutrocknen. Außerdem lauern dort zahlreiche Fressfeinde“Dr. Stephan Hering-HagenbeckTiergartendirektor
Sobald den Kaulquappen die Hinterbeine wuchsen, hieß es: Zeit für die Rückkehr nach Kärnten. Dort erhielten sie noch eine weitere Starthilfe. Spezielle schwimmende Netzkäfige schützen die jungen Moorfrösche, bis sie diese selbstständig verlassen und endgültig den Sprung an Land wagen.
In Österreich gab es in den letzten Jahren große Einbrüche der Moorfroschpopulation, denn neben dem Verlust geeigneter Lebensräume ist auch der Klimawandel ein echtes Problem. Die Laichgewässer trocknen oft viel zu früh aus und die Frösche können sich nicht rechtzeitig entwickeln.
„Dank des großen Einsatzes unseres Pflegeteams konnten wir rund 8.000 Kaulquappen erfolgreich aufziehen. Mit der Wiederansiedlung wollen wir die bestehende Population stärken und dem Rückgang der Art entgegenwirken“Dr. Doris PreiningerTiergarten Schönbrunn,
Die Aufzucht und Wiederansiedlung ist Teil des Biodiversitätsfonds-Projekts "Vernässen und Vertiefen". Gemeinsam mit den Amphibienexperten Dr. Marc Sztatecsny und Dr. Florian Glaser sowie der ARGE Naturschutz arbeitet der Tiergarten Schönbrunn daran, Moorfroschbestände in Kärnten langfristig zu sichern und ihre Lebensräume ökologisch aufzuwerten. Diese Initiative setzt erstmals für Amphibien in Österreich den "One Plan Approach" um, der Artenschutz außerhalb und innerhalb natürlicher Lebensräume verknüpft.
Gefördert wird das Projekt durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.