Aufnahmen einer Leserin aus Gars am Kamp sorgen jetzt für Aufregung in Niederösterreich: Fotos zeigen eine Schildkröte, ein größeres Exemplar, möglicherweise ausgesetzt im Kamp-Gebiet im Waldviertel.
"Heute" fragte bei Reptilien- und Schildkröten-Experte Markus Putzgruber nach, wie ist seine Einschätzung, was die ungewöhnliche Entdeckung betrifft?
"Heimisch ist im Waldviertel keine Schildkröte. Die einzig heimischen gibt es im Nationalpark Orth an der Donau, die europäische Sumpfschildkröte", so der Experte und Tierschützer.
Der Experte weiter: "Meist sind diese Schildkröten Rot oder Gelbwangen. Sie wurden zu Hunderten ausgesetzt, haben sich angepasst und vermehren sich bereits. Eigentlich sollte es seit 2014 einen Plan geben, wie man mit diesen Schildkröten umgeht. Aber den gibt es nicht. Einzig gibt es dafür Strafandrohungen, wenn man diese Tiere sichert oder aufnimmt. Und die sind heftig. Übernimmt man so eine Schildkröte, gibt es Strafen bis zu 50.000 Euro."
Putzgruber betont: "Die EU fordert zwar die Tötungen dieser Schildkröten, was aber mit unserer Verfassung nicht vereinbar ist. Es wird also weiter diskutiert und währenddessen fressen diese Tiere unsere Teiche leer. Sie fressen alle Kaulquappen, Frösche, Fische, Kröten, Schlangen, die Eier von Bodenbrüter und bedrohen damit das ökologische Gleichgewicht. Leider kann man die Schildkröte auf diesen Bildern nicht wirklich identifizieren. Es könnte eine Schmuck-, eine Zier- oder auch eine Flussschildkröte sein. Jedenfalls keinesfalls eine heimische."