Bereits zum siebten Mal in Folge haben Freiwillige des Vereins gegen Tierfabriken in der Neuwaldegger Straße im 17. Bezirk beim Hanslteich mitgeholfen, Frösche, Kröten und Molche sicher über die Straße zu bringen.
Zwischen dem Kreisverkehr Marswiese und dem Zufahrtsweg zum Hanslteich hat die Stadt Wien, Ende Februar einen 1,3 Kilometer langen Zaun aufgestellt, der rund zwei Monate lang von Ehrenamtlichen des VGT betreut wurde. Die Strecke wurde in diesem Zeitraum zweimal täglich genauestens kontrolliert, ob Amphibien in die entlang des Zauns eingegrabenen Kübel gefallen sind und ein "Taxi" zur anderen Seite benötigen.
Insgesamt waren dieses Jahr 90 Menschen bei den Rettungsaktionen dabei und haben mehr als 750 Stunden freiwillig gearbeitet. Um auch nachhaltig nichts dem Zufall zu überlassen, wird das Projekt vom VGT wissenschaftlich begleitet und jedes Tier nach Art, Zahl und Geschlecht genau erfasst.
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Leider gab es auch heuer wieder einen Rückgang bei den Amphibien. 225 Erdkröten haben die Straße zum und vom Hanslteich überquert. Die Helfer konnten außerdem 93 Springfrösche und 26 Grasfrösche retten. Auch sechs Molche, darunter zwei extrem seltene Alpenkammmolche, landeten im Kübel und wurden sicher ans Ziel gebracht. 33 Feuersalamander wurden bei ihrer Frühjahrswanderung durch Hernals gezählt.
Erfreulich ist, dass das Interesse am jährlich vom VGT organisierten Kinder-Workshop weiterhin groß ist und auch die Zahl der Freiwilligen jedes Jahr steigt. Zusätzlich informiert der VGT in seinen Aussendungen über die Bedeutung des Amphibienschutzes und gibt österreichweit Tipps, wie man dem Amphibiensterben in der eigenen Gemeinde entgegenwirken kann. Auch andere Initiativen entlang von Wanderstrecken werden vom Verein unterstützt.
„Mit 383 Amphibien war heuer zahlenmäßig das schwächste Jahr seit Projektbeginn“Mag. Heidi LacroixProjektleiterin, VGT
Weiter erklärt die Tierschützerin die Gründe: "Es war aber auch das trockenste Jahr seit Beginn der Messgeschichte. Es hat im März und April kaum geregnet, aber die Amphibien brauchen den Regen für ihre Wanderaktivitäten. Viele Tiere haben die Frühjahrswanderung in die Laichgewässer vielleicht gar nicht erst angetreten. Wir sind dennoch stolz und glücklich, so vielen Tieren das Leben gerettet zu haben. Noch erfreulicher ist, dass noch heuer mit dem Bau eines fixen Tunnel-Leit-Systems beim Hanslteich und oben am Schottenhof begonnen wird. Das hat der Bezirksvorsteher von Hernals, Peter Jagsch (SPÖ), fix zugesagt. Pläne dazu wurden bereits mit dem VGT abgestimmt. Die Finanzierung übernimmt der Bezirk, von der EU gibt es Förderungen. Für die Amphibien und für viele anderen Tiere, die sie mitbenutzen, sind solche Tunnel essenziell. Wir müssen in ganz Österreich dafür sorgen, dass die Amphibien besser geschützt und ihre Laichgewässer erhalten werden. Der VGT dankt allen Freiwilligen, die sich heuer mit uns gemeinsam an der Rettungsaktion beteiligt haben, ganz besonders."