Mega-Schwund

Pfand-Schock! Plötzlich fehlen 100 Millionen im Börsel

Im vergangenen Jahr wurden rund 100 Millionen Euro an Pfandbeträgen nicht ausgezahlt. Das zeigt die Beantwortung einer FPÖ-Anfrage.
Team Wirtschaft
04.05.2026, 10:11
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Seit Anfang 2025 werden in Österreich für viele Plastikflaschen sowie für Getränkedosen beim Kauf zusätzlich 25 Cent Pfand fällig. Wer das Geld zurückhaben will, muss die leeren Gebinde wieder abgeben – zumeist passiert das an Automaten im Supermarkt.

Jetzt zeigt die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ an Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP): 2025 wurden rund 100 Millionen Euro an Pfand nicht ausbezahlt, weil 400 Millionen Flaschen und Dosen nicht wieder zurückgebracht wurden.

"Pfandschlupf" knackt die 100-Millionen-Marke

Dieser "Pfandschlupf" errechnet sich laut Umweltministerium aus der Differenz zwischen den verkauften Pfandgebinden und den tatsächlich retournierten Flaschen und Dosen. Berücksichtigt wurde dabei auch, dass zwischen "Erstinverkehrsetzung und Rückgabe" üblicherweise im Durchschnitt 51 Tage vergehen. Die Gründe, warum Pfandgebinde nicht retourniert wurden, ließen sich aus den verfügbaren Daten hingegen nicht eruieren.

FPÖ-Kritik an nicht barrierefreien Automaten

Eine der Ursachen vermutet die FPÖ jedenfalls in den nicht barrierefreien Automaten: Für Menschen mit körperlichen Einschränkungen würden diese ein unüberwindbares Hindernis darstellen, so der Vorwurf von FP-Nationalrat Thomas Spalt. Und: Wie sei es zu rechtfertigen, dass Tausende Rückgabeautomaten für Rollstuhlfahrer aufgrund der Bauhöhe physisch nicht zugänglich seien und damit gegen das Behindertengleichstellungsgesetz verstoßen würden?

Überschaubares Angebot an Modellen

Bis jetzt habe es nur zwei Beschwerden in Bezug auf Barrierefreiheit gegeben, kontert der Minister in seiner Antwort. Zusätzlich wird auf die derzeit am Markt verfügbaren Geräte verwiesen, die im technischen Aufbau weitgehend fast identisch sind. Vor diesem Hintergrund sei "festzuhalten, dass sich die konkrete Ausgestaltung der Einwurfhöhe aus den verfügbaren Lösungen und den marktüblichen Standards ergibt".

Rückgabe auch beim Kassenpersonal möglich

Unabhängig davon müsse, so Totschnig in seiner Beantwortung, die Rückgabe nicht zwingend am Automaten erfolgen. Alternativ könnten Pfandflaschen und -dosen auch beim Kassenpersonal zurückgegeben werden. Die Mitarbeiter im Lebensmittelhandel seien entsprechend geschult, um betroffene Personen zu unterstützen.

Maßnahmen erleichtern die Bedienung

Zusätzlich verweist der Minister auf bereits umgesetzte Maßnahmen der Betreibergesellschaft EWP Recycling Pfand Österreich. Der Rückgabeprozess sei mittlerweile auch ohne Touchscreen möglich. Zudem werde der Pfandbon nach einer gewissen Zeit automatisch ausgedruckt. Und: Gebinde müsste man beim Einwurf nicht mehr händisch richtig ausrichten.

"Pfandschlupf" fließt in die Finanzierung

Der sogenannte "Pfandschlupf" – also rund 100 Millionen Euro – verbleibt übrigens bei EWP Recycling Pfand Österreich. Die gemeinnützige, nicht gewinnorientierte Gesellschaft verwendet das Geld zur Finanzierung des Pfandsystems.

{title && {title} } tmw, {title && {title} } Akt. 04.05.2026, 12:41, 04.05.2026, 10:11
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen