Ein technischer Defekt am Gepäckfördersystem des Flughafens Kopenhagen hat am vergangenen Sonntag für massives Chaos gesorgt. 724 Koffer wurden nicht rechtzeitig verladen und blieben am Boden. Betroffen waren acht Flüge zu beliebten Urlaubszielen wie Barcelona und Lissabon.
Besonders brisant: Das Flughafenpersonal konnte das Problem nicht selbst lösen. Die Türen zur automatischen Gepäcksortierung waren blockiert, die notwendigen Zugriffsrechte für die Notbedienung fehlten. Erst ein externes Unternehmen rückte an – doch für mehrere Abflüge war es da bereits zu spät.
Laut dem dänischen Portal "B.T." reagierte die Fluggesellschaft Norwegian mit scharfer Kritik. In einem internen Bericht ist von einem "totalen Fiasko und einer peinlichen Situation" die Rede. Allein auf dem Flug nach Lissabon fehlten 121 Gepäckstücke.
Auch Norwegian-Managerin Sara Westphal Emborg Neergaard äußerte sich deutlich: "Ich muss erneut betonen, wie kritikwürdig es ist, dass CPH diesen Fehler nicht sofort beheben konnte und nicht selbst über die Kompetenzen verfügte, das System wieder in Betrieb zu nehmen."
Der Flughafen weist die Kritik zurück. Kommunikationsdirektorin Lise Agerley Kürstein erklärte, der Defekt sei so schnell wie möglich behoben worden. Insgesamt seien weniger als zwei Prozent des täglichen Gepäckaufkommens betroffen gewesen.
Der Vorfall in Kopenhagen steht für ein größeres Problem der Branche. Weltweit verursachen falsch zugeordnete, beschädigte oder verspätete Koffer jährlich Kosten von rund 5,5 Milliarden Euro. Da die Gewinnmargen pro Passagier nur bei etwa acht US-Dollar liegen, kann ein einzelner Vorfall den Gewinn von mehr als 30 verkauften Sitzplätzen eines Fluges zunichtemachen.