Für die Passagiere eines Ryanair-Flugs von Thessaloniki nach Memmingen wurde der Heimflug am Freitag zum Albtraum. Kurz nach dem Start kam es zu einem Zwischenfall, bei dem ein Fenster der Boeing 737-800 zerplatzte. Ein 61-jähriger Mann wurde dabei bis zu den Schultern aus der Maschine gesaugt.
"Ich dachte, das war's jetzt", erzählt Passagierin Sabrina D. (37) aus Augsburg, die nur wenige Sitzreihen entfernt saß, gegenüber der BILD. "Wir haben einen lauten Knall gehört", berichtet die 37-Jährige. Nach Angaben einer anderen Passagierin sollen sich Teile des rechten Triebwerks gelöst und gegen das Fenster geschleudert haben.
Eine Bestätigung dafür gibt es von Ryanair nicht. "Der Mann wurde mit dem Kopf aus der Maschine gezogen, es liefen Leute hin, um ihm zu helfen", schildert Sabrina D. im Gespräch mit der deutschen Boulevardzeitung weiter.
Der Zwischenfall ereignete sich rund eine halbe Stunde nach dem Start. Der verletzte Passagier erlitt eine Platzwunde und verlor laut Augenzeugen zeitweise das Bewusstsein. "Es war ein Schock für alle. Der Mann hatte eine Platzwunde, wurde auch ohnmächtig", erzählt die Passagierin der BILD.
Währenddessen rief der Pilot mehrfach "Emergency" über die Bordlautsprecher aus. Alle Insassen mussten ihre Sauerstoffmasken aufsetzen. Ryanair bestätigte auf BILD-Anfrage, dass sich kurz nach dem Start ein Passagierfenster gelöst hatte. Zu Berichten über Triebwerksteile äußerte sich die Fluglinie nicht.
Der Pilot brach den Flug ab und kehrte nach Thessaloniki zurück. Rund eine Stunde und 14 Minuten nach dem Start setzte die Maschine wieder sicher auf. "Das kam uns wie eine Ewigkeit vor", sagt Sabrina D. gegenüber der BILD. "Es war ein ständiges Brummen zu hören. Wir hatten schon Angst, weil wir das alles nicht einordnen konnten."
Nach der Landung standen viele Passagiere unter Schock. "Ich habe meine Mama in den Arm genommen und wir haben geweint." Beide Frauen blieben unverletzt. Nach Angaben einer Mitreisenden soll sogar der Pilot auf dem Rollfeld in Tränen ausgebrochen sein. "Daran haben wir gemerkt, dass es wohl schon sehr schlimm gewesen sein muss."
Der verletzte 61-Jährige wurde nach der Landung in ein Krankenhaus gebracht. Die übrigen Passagiere warteten zunächst in einer Abflughalle. Ryanair organisierte später einen Ersatzflug nach Memmingen.
Sabrina D. und ihre Mutter verzichteten jedoch auf den Weiterflug. "Wir wollten nicht gleich wieder in ein Flugzeug steigen, erholen uns erst einmal." Für die Rückreise haben sie sich bereits entschieden. "Aber diesmal mit Lufthansa", stellen sie in der BILD klar.