Für manche beginnt der Urlaub also gleich mit einem Albtraum. Fehlt der Koffer, heißt das oft: Ferien ohne frische Kleidung und persönliche Sachen. Doch nicht nur für dich ist das extrem mühsam – auch die Fluglinien verlieren dabei richtig viel Geld, wie 20 Minuten berichtet.
Ein aktueller Bericht des Luftfahrt-IT-Spezialisten Sita zeigt: Im Jahr 2025 sind weltweit rund fünf Milliarden Menschen mit dem Flugzeug unterwegs gewesen. Dabei gingen 24 Millionen aufgegebene Koffer, Taschen und Trolleys verloren, kamen zu spät an oder wurden beschädigt. Jeden Tag verschwinden an Flughäfen weltweit 2.500 Gepäckstücke spurlos.
Im Vergleich zu 2019 ist das immerhin ein leichter Rückgang: Damals reisten knapp 4,5 Milliarden Passagiere und es gingen 26 Millionen Gepäckstücke verloren, kamen beschädigt oder verspätet an.
Wenn man sich die Zahlen genauer anschaut, wird klar: Rund vier Prozent der verschwundenen Gepäckstücke tauchen nie wieder auf. 21 Prozent kommen beschädigt zurück, 75 Prozent werden zwar wieder gefunden, aber erst verspätet oder am falschen Ort zugestellt.
Besonders schlecht schneidet Europa ab. Fast die Hälfte aller problematischen Gepäckstücke betrifft unseren Kontinent. Die Quote liegt hier bei 10,5 Fällen pro 1.000 Reisende. Wer international fliegt und umsteigen muss, hat das höchste Risiko.
Die Fluglinien spüren das ordentlich in der Geldtasche. Pro Gepäckstück entstehen laut Bericht im Schnitt Kosten von rund 210 Franken. Kommt ein Koffer verspätet an, kostet das etwa 200 Franken. Ist das Gepäck beschädigt, werden rund 220 Euro fällig.
Geht ein Koffer endgültig verloren, sind es sogar 560 Euro pro Stück. Insgesamt kostet das die Branche jährlich 6,3 Milliarden US-Dollar – das sind etwa 5,5 Milliarden Euro.
Zum Vergleich: Eine Airline verdient laut Sita nach Abzug aller Kosten im Schnitt gerade einmal acht Dollar pro Passagier. Ein einziger Problemkoffer frisst also den Gewinn von mehr als 30 Tickets auf. „Fünf verlorene Gepäckstücke können den Gewinn eines gesamten Fluges auslöschen“, sagt David Lavorel, Chef von Sita.
Die Luftfahrt setzt deshalb immer mehr auf Live-Daten, künstliche Intelligenz und automatische Umleitung der Koffer. So sollen Airlines, Flughäfen und das Bodenpersonal jederzeit wissen, wo sich ein Gepäckstück gerade befindet. Auch Tracker wie AirTags helfen bei der Suche nach dem verschwundenen Koffer.