Seit der Euro-Einführung denken viele Kroaten nicht mehr in Kuna. Genau diesen Effekt machte sich der inzwischen viel diskutierte Beitrag im Reddit-Forum "r/Zadar" zunutze: Eine KI-generierte Speisekarte rechnete aktuelle Restaurantpreise zurück in die alte Währung – und löste damit einen Sturm der Entrüstung aus.
Besonders ein Preis ließ die Wogen hochgehen: Für eine Portion Pommes wurden auf der Grafik rund 60 Kuna ausgewiesen. In den Kommentaren folgte prompt der Vergleich mit früheren Zeiten.
Viele Nutzer erinnerten daran, dass dieselbe Portion vor wenigen Jahren noch zwischen 15 und 20 Kuna gekostet habe. Entsprechend emotional fielen die Reaktionen aus. Ein Kommentar bringt die Stimmung auf den Punkt: Für 60 Kuna habe man früher eine ganze Pizza samt Getränk bekommen – heute reiche es kaum noch für eine Beilage.
Nicht minder heftig diskutiert wurden die Burger-Preise. Ein klassischer Hamburger wurde mit umgerechnet 112 Kuna ausgewiesen, die Variante mit Pancetta sogar mit rund 130 Kuna.
Für viele Einheimische wirkt der Europreis auf den ersten Blick noch akzeptabel. Erst die Rückrechnung in Kuna mache sichtbar, wie stark die Kosten gestiegen seien. "Erst wenn ich es in Kuna umrechne, merke ich, wie sehr sie uns abzocken wollen", kommentiert etwa ein User.
Ein besonders oft geteilter Kommentar erinnert daran, dass 112 Kuna früher für ein Mittagessen zu zweit in einem guten Restaurant gereicht hätten – und nicht für einen schnellen Burger zwischendurch.
Auch andere Beispiele sorgten für Kopfschütteln. Pizzen zwischen 90 und 120 Kuna sowie warme Sandwiches umgerechnet um 50 Kuna nähren bei vielen Bewohnern den Eindruck, dass selbst einfache Gastronomieangebote zunehmend zum Luxus werden.
Vor allem mit Blick auf die bevorstehende Urlaubssaison sehen viele Kroaten die Entwicklung kritisch. Ihrer Meinung nach orientieren sich zahlreiche Betriebe immer stärker an zahlungskräftigen Touristen und immer weniger an den Budgets der Einheimischen.