Wer im Sommer auf glasklares Wasser setzt, sollte einen Blick auf die jüngste Analyse der Europäischen Umweltagentur (EUA) werfen. Die gute Nachricht: Europas Badegewässer werden seit Jahren sauberer. Besonders ein kleines Urlaubsland sticht dabei hervor – und sichert sich erneut den Spitzenplatz bei der Wasserqualität.
Die Europäische Umweltagentur hat gemeinsam mit der EU-Kommission die Wasserqualität von mehr als 22.000 offiziellen Badegewässern untersucht. Bewertet wurden Seen, Flüsse und Küstenabschnitte in den EU-Mitgliedstaaten sowie in Albanien und der Schweiz.
Das Ergebnis: Zypern verfügt über die saubersten Badegewässer Europas. Nahezu alle überprüften Badestellen erreichten die Bestnote "ausgezeichnet". Damit liegt die Mittelmeerinsel vor anderen beliebten Urlaubsdestinationen wie Griechenland und Kroatien.
Insgesamt fällt die Bilanz positiv aus. Rund 85 Prozent aller untersuchten Badegewässer erfüllen die höchsten EU-Qualitätsstandards und wurden als "ausgezeichnet" eingestuft. Laut EUA setzt sich damit ein langjähriger Trend fort: Europas Badegewässer werden kontinuierlich sauberer.
Die aktuelle Auswertung basiert auf Daten der Badesaison 2025 und ist Teil der EU-Initiative "Zero Pollution Vision". Diese verfolgt das Ziel, Luft, Wasser und Boden bis 2050 weitgehend frei von Schadstoffen zu machen.
Ein interessantes Detail der Untersuchung: Küstengewässer schneiden deutlich besser ab als Seen und Flüsse. Während rund 88 Prozent der Meeresbadeplätze die Bestnote erhielten, waren es bei Binnengewässern nur etwa 78 Prozent.
Für die Bewertung prüften Experten insbesondere die Belastung mit potenziell gesundheitsschädlichen Fäkalbakterien wie Escherichia coli und intestinalen Enterokokken. Diese können auf Verunreinigungen hinweisen und gesundheitliche Beschwerden auslösen.
Auch Österreich kann sich über ein starkes Ergebnis freuen. Mehr als 96 Prozent der heimischen Badegewässer wurden mit "ausgezeichnet" bewertet. Damit zählt die Alpenrepublik gemeinsam mit Zypern, Griechenland und Bulgarien zu den europäischen Spitzenreitern.
Vor allem Österreichs Seen bestätigen damit ihren Ruf als beliebte Sommerziele mit hoher Wasserqualität.
Nicht überall in Europa fällt die Bilanz so positiv aus. In Frankreich wurden 112 Badegewässer mit "mangelhaft" bewertet. Auch in den Niederlanden und Estland fanden die Prüfer einzelne Badestellen mit unzureichender Wasserqualität.
Für Badegäste gibt es jedoch Entwarnung: Gewässer mit schlechter Bewertung müssen laut den geltenden EU-Regeln in der darauffolgenden Badesaison gesperrt bleiben. In dieser Zeit sind Maßnahmen zur Verringerung der Verschmutzung und zum Schutz der Gesundheit der Badenden verpflichtend.