Die Luft flimmert über dem Asphalt, die Sonne brennt vom Himmel und selbst im Schatten ist es kaum auszuhalten. An solchen Tagen scheint jede Form von Abkühlung willkommen zu sein. Während sich die einen in Freibäder flüchten oder an die Donau fahren, entdecken andere die Brunnen der Stadt als spontane Erfrischungsoase.
Gerade in Innenstädten, wo Wasserflächen und Grünräume oft rar sind, wirkt das kühle Nass eines Brunnens verlockend. Die Frage liegt nahe: Darf man dort eigentlich die Füße hineinhalten – oder sogar baden gehen?
Bei Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke werden viele kreativ. Immer wieder sieht man Menschen, die ihre Füße in Brunnen baumeln lassen oder sich direkt ins Wasser setzen. Besonders an heißen Sommertagen sorgen solche Szenen regelmäßig für Aufmerksamkeit: So machten es sich zuletzt sogar zwei Männer mit einem aufblasbaren Delfin und Getränken im Wiener Donnerbrunnen gemütlich – mitten in der Innenstadt.
Doch auch wenn der spontane Sprung ins Wasser harmlos wirkt, sehen die Behörden das deutlich kritischer.
Die gute Nachricht zuerst: Wer in Wien in einen Brunnen steigt, muss nicht automatisch mit einer Strafe rechnen. Das bedeutet allerdings nicht, dass das Baden dort empfohlen wird: Diese sind nicht als Badeanlagen konzipiert und erfüllen auch nicht dieselben hygienischen Standards wie Schwimmbäder oder offizielle Badestellen. Die Stadt Wien rät deshalb ausdrücklich davon ab, Brunnen als Abkühlungsbecken zu nutzen.
Der wichtigste Grund dafür ist die Hygiene: Laut der MA 31 kann die Wasserqualität in Stadtbrunnen nicht mit jener von Badegewässern verglichen werden. Die Anlagen werden nicht für Schwimm- oder Badezwecke betrieben.
Hinzu kommt, dass sich immer wieder Verunreinigungen im Wasser befinden können. Behörden berichten regelmäßig von Abfällen oder Gegenständen, die dort landen und für Badegäste zum Risiko werden können: So können sich im Wasser etwa Glasscherben oder andere scharfkantige Gegenstände befinden, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. Wer barfuß in einen Brunnen steigt, riskiert daher unangenehme Verletzungen.
Dazu kommt ein weiterer Faktor, über den viele lieber nicht nachdenken: Laut der Stadt Wien kommt es immer wieder vor, dass Menschen Brunnen zweckentfremden und dort sogar ihre Notdurft verrichten. Wer ins Wasser steigt, tut dies daher auf eigene Gefahr.
Dabei müssen Wiener für eine kostenlose Abkühlung gar nicht weit suchen: die Donauinsel, die Alte Donau oder die Neue Donau bieten zahlreiche frei zugängliche Badeplätze. Dort sorgen Stege, Liegewiesen und ausgewiesene Badebereiche für deutlich angenehmere und vor allem sicherere Bedingungen.