Wenn Mitarbeiter eigenmächtig ChatGPT und Co. für ihre Arbeit nutzen, ohne dass die Firma davon weiß, spricht man von Schatten-KI. Das Phänomen nimmt rasant zu und wird für Unternehmen zunehmend zum Sicherheitsrisiko.
Das Problem: Was Beschäftigte ihrer KI-Suchmaschine anvertrauen, fließt mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Weiterentwicklung der Modelle. Prompts, Recherchen und Folgefragen, die bei Anbietern wie Meta oder Google landen, könnten also die Wissensbasis der Konkurrenz stärken.
Wie t3n.de berichtet, ist der Reflex vieler Firmen nach solchen Fällen: Verbote. Keine eigenmächtige Nutzung von KI-Tools über private Accounts. Doch wenn dieser Zustand zu lange anhält, passiert das, was immer passiert: Mitarbeiter nutzen die Tools trotzdem - nur eben unkontrolliert.
Die Verantwortung liegt bei der Unternehmensführung. Laut Experten braucht es drei strukturelle Entscheidungen: Entscheidungskompetenzen müssen dorthin gelegt werden, wo das Wissen sitzt. Prüfprozesse müssen schnell genug sein, damit niemand ausweichen muss. Und die Datenfrage muss klar geregelt werden.
Wer KI in einer selbst kontrollierten Umgebung betreibt, behält die Hand am Steuer. So können etwa neue Modelle innerhalb von 24 Stunden geprüft, freigegeben und auf eigener Infrastruktur bereitgestellt werden - ohne dass Daten das Unternehmen verlassen.
Selbst Microsoft räumt ein, dass der KI-Assistent Copilot in Europa nur zu Unterhaltungszwecken genutzt werden soll. Der Konzern lehnt also die Verantwortung für die Datenverarbeitung ab - obwohl Copilot für viele Nutzer selbstverständlicher Bestandteil von Office ist.
Am Ende läuft es auf eine einzige Frage hinaus: Wer entscheidet im Unternehmen über diese Strukturen, bevor es jemand anderes tut? Das ist aus Expertensicht immer die Aufgabe der Unternehmensführung.