Ein Korb voller saftiger Kirschen, rote Finger vom Naschen und dann der Griff zum Wasserglas. Spätestens in diesem Moment haben viele Menschen denselben Satz im Ohr: "Nach dem Kirschenessen darfst du kein Wasser trinken, sonst bekommst du Bauchweh." Der Mythos hält sich seit Generationen hartnäckig. Doch stimmt die Warnung tatsächlich – oder gehört sie längst ins Reich der Ernährungslegenden?
Die gute Nachricht vorweg: Wer nach dem Kirschenessen ein Glas Wasser trinkt, muss keine Angst vor Bauchschmerzen haben. Ernährungsexperten sind sich nun einig, dass die Kombination aus Kirschen und Wasser grundsätzlich keine Verdauungsprobleme verursacht. Die alte Warnung stammt vermutlich aus einer Zeit, in der Trinkwasser noch nicht die hohe Qualität hatte wie heute.
Früher war Wasser häufig mit Keimen belastet: Kam es nach dem Essen zu Bauchschmerzen oder Durchfall, wurde oft die Kombination mit den Kirschen verantwortlich gemacht – obwohl die eigentliche Ursache meist im verunreinigten Trinkwasser lag.
Ganz aus der Luft gegriffen ist die Geschichte allerdings nicht. Tatsächlich können Kirschen bei empfindlichen Menschen Blähungen oder ein unangenehmes Druckgefühl im Bauch verursachen. Schuld daran ist jedoch nicht das Wasser, sondern die Frucht selbst.
Auf der Schale von Kirschen sitzen natürliche Hefen. Diese können den enthaltenen Fruchtzucker vergären und dabei Gase bilden. Das entstehende Kohlendioxid kann zu Blähungen und Völlegefühl führen – besonders dann, wenn größere Mengen Kirschen gegessen werden.
Kirschen sind nicht sehr lange haltbar. Besonders Temperaturschwankungen lassen sie schnell verderben. Am besten bewahrst du sie im Gemüsefach vom Kühlschrank auf – in einer Schale und auf einem Küchenpapier. Wichtig: Lass die Stiele dran, bis du die Kirschen isst. Sonst werden sie an der offenen Stelle schnell zur Einladung für Fruchtfliegen und Schimmel.