Sie steckt in unserem Trinkwasser, in Lebensmitteln, Kleidung und in der Umwelt - und könnte gefährlicher sein als bisher angenommen. Die Trifluoressigsäure (TFA) soll nach Einschätzung der Europäischen Chemikalien-Behörde (ECHA) künftig als fortpflanzungsschädigend eingestuft werden.
TFA gehört zur Gruppe der sogenannten PFAS, besser bekannt als Ewigkeits-Chemikalien. Diese Stoffe bauen sich in der Umwelt kaum ab und können sich über viele Jahre anreichern. Sie finden sich in zahlreichen Alltagsprodukten - von beschichteten Pfannen bis zu wasserabweisender Kleidung.
Besonders problematisch: TFA entsteht unter anderem beim Abbau bestimmter Pestizide und Kältemittel und wird mittlerweile regelmäßig in Gewässern nachgewiesen. Über verunreinigtes Wasser gelangt die Chemikalie auch in die Nahrungskette.
Nachgewiesen wurde die Chemikalie bereits im Trinkwasser sowie in zahlreichen Lebensmitteln wie Weizenmehl, Roggenbrot, Nudeln, Keksen, Kiwis, Wein, Fruchtsäften und Fruchtpürees.
Nach Einschätzung der Fachleute gibt es Hinweise darauf, dass TFA die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und ungeborene Kinder schädigen könnte. Deshalb empfehlen die Experten nun eine entsprechende Gefahreneinstufung.
Allerdings bedeutet die neue Bewertung nicht automatisch, dass jede Belastung im Alltag unmittelbar gesundheitsschädlich ist. Entscheidend bleibt die aufgenommene Menge des Stoffes.
Forscher und Umweltbehörden beobachten TFA seit Jahren mit Sorge. Anders als viele andere Schadstoffe verschwindet die Chemikalie nicht einfach wieder aus der Umwelt. Sie ist extrem langlebig, breitet sich leicht über Wasser aus und lässt sich nur schwer entfernen.
Einmal in Böden, Flüsse oder Grundwasser gelangt, kann der Stoff dort über lange Zeit bestehen bleiben. Genau diese Eigenschaften machen TFA für Experten zu einer besonderen Herausforderung.