Was heute ein internationaler Online-Händler mit Kunden in 18 Ländern ist, begann vor zehn Jahren mit einer einfachen Idee und zwei Seecontainern im burgenländischen Andau. Die Brüder Dominik (47) und Lukas Weber (43) erkannten früh eine Marktlücke und bauten daraus irripart24 auf - heute einen der führenden Anbieter für professionelle Bewässerungstechnik in Europa.
Die Wurzeln des Unternehmens liegen im Seewinkel, einer der trockensten Regionen Österreichs. Die Familie Weber betreibt dort seit rund 60 Jahren einen Landtechnik- und Traktorenhandel. Durch die enge Verbindung zur Landwirtschaft kannten die Brüder die Herausforderungen ihrer Kunden genau.
"Im Netz gab es keine professionellen Anbieter für landwirtschaftliche Beregnung. Gleichzeitig wussten wir, wie stark unser Sortiment bereits war. Da entstand die Überzeugung: Wenn wir das richtig aufbauen, können wir in diesem Markt etwas bewegen", erzählen die Gründer.
Der Anfang war alles andere als glamourös. Als Lager dienten zwei Container, gleichzeitig investierten die Brüder hohe Summen in Software für Onlineshop, Lagerverwaltung und Automatisierung. Ob die Kunden das Angebot überhaupt annehmen würden, war damals völlig offen.
Die Antwort kam schneller als erwartet. "Wir dachten, dass es Monate dauern würde, bis die ersten Bestellungen kommen. Doch schon in der ersten Woche hatten wir elf Bestellungen auf einmal - aber kein Verpackungsmaterial", erinnert sich Dominik Weber.
Der Weg nach oben verlief nicht ohne Hindernisse. Vor allem etablierte Mitbewerber begegneten dem neuen Online-Anbieter zunächst mit Skepsis. Doch irripart24 wuchs kontinuierlich. Aus zwei Containern wurden vier, später kamen weitere Lagerflächen in alten Gebäuden hinzu.
Den großen Wachstumsschub brachte schließlich die Corona-Pandemie. Während der Onlinehandel boomte, stiegen auch die Bestellungen für Bewässerungstechnik massiv an. 2021 eröffnete das Unternehmen ein modernes Großlager mit 2.000 Quadratmetern Fläche und rund 8.000 verschiedenen Artikeln.
irripart24 beschäftigt heute 15 Mitarbeiter und wickelt jede Woche rund 1.000 Bestellungen ab. An Spitzentagen verlassen bis zu 200 Pakete das Lager in Richtung ganz Europa.
Die Nachfrage für Bewässerungstechnik dürfte weiter steigen. Denn zunehmende Trockenperioden und der Klimawandel erhöhen den Druck auf die Landwirtschaft, Wasser effizient einzusetzen. Gefragt sind deshalb moderne Systeme mit Sensoren, automatisierten Steuerungen und digitaler Überwachung.
"Der Klimawandel stellt die Landwirtschaft vor große Herausforderungen. Deshalb wird effiziente Bewässerung in Zukunft alternativlos sein", sagt Lukas Weber. Moderne Systeme könnten den Wasserverbrauch je nach Anwendung um 20 bis 50 Prozent senken.
Auch Künstliche Intelligenz werde künftig eine immer größere Rolle spielen. Ziel sei es, Pflanzen exakt mit jener Wassermenge zu versorgen, die sie tatsächlich benötigen.