Die Erde besitzt einen natürlichen Schutzschild gegen die Strahlung der Sonne: ihr Magnetfeld. Doch bei besonders starken Sonnenstürmen gerät selbst dieser Schutz an seine Grenzen. Nun haben Forscher in einer Studie ein außergewöhnliches Konzept vorgestellt, das unseren Planeten künftig zusätzlich absichern könnte.
Die Idee trägt den Namen "StormWall". Im Ernstfall sollen mehrere Satelliten riesige Mengen Gas im All freisetzen. Das Material verwandelt sich durch die Sonneneinstrahlung in Plasma und bildet eine Art Schutzpolster zwischen Sonne und Erde. Die Wissenschaftler vergleichen das Prinzip mit einem Airbag, der sich kurz vor einem Aufprall entfaltet.
Normalerweise lenkt das Magnetfeld der Erde geladene Teilchen der Sonne zuverlässig ab. Bei heftigen Sonneneruptionen können sich die Magnetfelder von Sonne und Erde jedoch miteinander verbinden. Dadurch gelangen große Energiemengen in die unmittelbare Umgebung unseres Planeten. Satelliten können beschädigt werden, Funkverbindungen ausfallen und Stromnetze unter Druck geraten.
Wie ernst die Gefahr ist, zeigen historische Beispiele. 1989 legte ein geomagnetischer Sturm große Teile des Stromnetzes in der kanadischen Provinz Québec lahm. Noch stärker war das berühmte Carrington-Ereignis im Jahr 1859. Ein vergleichbarer Sonnensturm könnte heute Schäden in Billionenhöhe verursachen.
Die Berechnungen der Forscher sind bemerkenswert. Rund 400 Tonnen freigesetztes Material könnten die Stärke eines schweren geomagnetischen Sturms um mehr als 60 Prozent reduzieren. Wissenschaftler Daniel Welling von der University of Michigan beschreibt das Konzept als einen "Airbag in der Magnetosphäre".
Auch andere Experten sehen Potenzial. Neben dem Schutz vor Sonnenstürmen könnte die Technik helfen, gefährliche Strahlungsgürtel im Erdorbit zu entschärfen.