Der Klimawandel macht sich in den Alpen immer deutlicher bemerkbar. Eine gemeinsame Analyse von GeoSphere Austria, MeteoSchweiz und dem Deutschen Wetterdienst zeigt, dass das vergangene Winterhalbjahr erneut außergewöhnlich warm und trocken ausgefallen ist - und dass Inversionswetterlagen immer häufiger auftreten.
In Österreich, Deutschland und der Schweiz zählten die mittleren Schneehöhen zu den fünf niedrigsten seit Beginn der gemeinsamen Auswertungen im Jahr 1991. Besonders dramatisch war die Lage in den Südalpen. Dort wurde sogar der trockenste Winter seit mehr als 30 Jahren registriert. In den Nordalpen war es der zweittrockenste Winter in diesem Zeitraum.
Von Dezember bis Anfang Februar fehlten in vielen Regionen ergiebige Niederschläge nahezu vollständig. Teilweise lag das Defizit bei bis zu 70 Prozent. Entsprechend selten waren auch größere Schneefälle. Erst Mitte Februar brachte eine Niederschlagsphase vorübergehend Entspannung. Dadurch fiel die Monatsbilanz in vielen Alpenregionen letztlich positiv aus.
Mit einer Durchschnittstemperatur von 1,1 Grad über dem Klimamittel der Jahre 1991 bis 2020 setzte sich der langfristige Erwärmungstrend fort. Zwar war der Winter etwas kühler als jener im Vorjahr, dennoch lag er erneut deutlich über den langjährigen Durchschnittswerten.
Auffällig waren auch häufige Inversionslagen. Dabei ist es in den Tälern kälter als in höheren Lagen. Sichtbar wird das oft durch Nebel- und Hochnebelfelder, die tagelang in den Niederungen liegen bleiben.
Solche Wetterlagen können laut Experten auch gesundheitliche Folgen haben. Schadstoffe sammeln sich dann verstärkt in Bodennähe und erhöhen das Risiko für Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung in Kärnten. Das Messstationspaar Klagenfurt und Villacher Alpe registrierte in den vergangenen beiden Wintern 27 bzw. 30 Inversionstage. Im langjährigen Durchschnitt waren es lediglich 17,3 Tage. Für die Experten ist das ein weiteres Zeichen dafür, wie stark sich das Klima im Alpenraum bereits verändert hat.