Ein Tag kühl, ein Tag heiß

Zick-Zack-Wetter – Temperaturwechsel macht viele krank

Montag kühl, Dienstag heiß, Mittwoch kühl, Donnerstag heiß, Freitag kühl - das Wetter wechselt derzeit täglich von frühlingshaft auf sommerlich.
Bernd Watzka
02.06.2026, 13:47
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Ein täglicher Temperaturwechsel prägt die aktuelle Woche: War es am gestrigen Montag noch (vor)frühlingshaft kühl, regiert am heutigen Dienstag (2. Juni) wieder die Hitze (bis zu 27 Grad) - bevor es am Mittwoch wieder kalt und regnerisch wird (max. 19 Grad). Am Donnerstag steigen die Temperaturen dann wieder auf sommerliche 26 Grad, danach kehren Kälte und Regen am Freitag bei maximal 17 Grad zurück.

Dieser launische Wetter-Mix belastet den Kreislauf, verursacht Kopfschmerzen und fördert Wetterfühligkeit. Abrupte Wetterwechsel sind zwar im Mai nichts Ungewöhnliches. Doch was harmlos wirkt, kann für zwei Millionen Österreicher gefährlich werden - durch Schlaganfälle.

Typisches "Schlaganfall-Wetter"

Eine Studie des Universitätsklinikums Jena (Deutschland) mit 1.600 Patienten zeigt: Es gibt tatsächlich so etwas wie ein typisches "Schlaganfall-Wetter". Neurologen haben dafür Wetterdaten mit Patientenakten des Klinikums abgeglichen und einen klaren Zusammenhang erkannt.

Vor allem rasche Veränderungen bei Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck treiben das Risiko nach oben. Sinkt die Temperatur innerhalb von 24 Stunden, steigt das Schlaganfall-Risiko pro drei Grad um elf Prozent - und bleibt bis zu zwei Tage erhöht.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Gefahr wird vervierfacht

Für Risikopatienten ist die Lage laut der Studie besonders ernst. Bei ihnen kann sich die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls bei abrupten Wetterwechseln sogar vervierfachen. Vor allem Menschen mit Diabetes oder Arterienverkalkung reagieren empfindlich, heißt es weiter.

"Pumpe" muss stärker arbeiten

Für Umweltmediziner Hans-Peter Hutter von der MedUni Wien sind die Ergebnisse nachvollziehbar. "Wetterumstellungen gehen oft mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher. Die Pumpe muss dann stärker arbeiten", sagt er im "Heute"-Talk.

Das Schlaganfall-Risiko entstehe durch ein Zusammenspiel mehrerer Umweltfaktoren - allen voran Temperatur und Luftdruck. Gleichzeitig warnt Hutter: "Man darf nicht vergessen: Bereits hoher Blutdruck ist ein wesentlicher Risikofaktor - und zwei Millionen Österreicher sind davon betroffen."

Anpassungszeit wird immer kürzer

Klar ist für Experten Hutter auch: Die extremen Wetterschwankungen, die zu Schlaganfällen führen können, werden häufiger. "Dieses abrupte Hin und Her ohne Übergangsphasen wird in Zukunft zunehmen. Das Risiko erhöht sich. Die Anpassungszeit für den Körper wird immer kürzer", so Hutter in Hinblick auf die globale Erderwärmung.

{title && {title} } bw, {title && {title} } 02.06.2026, 13:47
Jetzt E-Paper lesen