Hagelstürme sorgen schon heute für Schäden in Milliardenhöhe. Doch Experten schlagen Alarm: Durch die Erderwärmung könnten die Eisgeschosse künftig noch größer und gefährlicher werden.
Eine in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlichte Studie kommt zu einem beunruhigenden Ergebnis. Demnach dürfte die Zahl großer Hagelkörner bis zum Ende des Jahrhunderts um bis zu 47 Prozent steigen - abhängig davon, wie viele Treibhausgase weltweit noch ausgestoßen werden. Kleinere Hagelkörner könnten dagegen sogar seltener werden.
Schon jetzt verursachen Hagelstürme weltweit Schäden von umgerechnet rund 68 Milliarden Euro. Besonders betroffen sind Autos, Solaranlagen, Dächer und Infrastruktur.
"Wir haben in den vergangenen Jahren Rekordmengen an Hagelkörnern erlebt. Das finde ich äußerst besorgniserregend", warnt Meteorologe John Allen von der Central Michigan University. Viele Gebäude seien nicht dafür ausgelegt, solchen Belastungen standzuhalten.
Auch Europa bleibt von der Entwicklung nicht verschont. Laut Daten des Versicherungskonzerns Chaucer ist die Zahl der Hagelstürme in Europa innerhalb von fünf Jahren um 267 Prozent gestiegen - von rund 3.200 Ereignissen in den Jahren 2019/2020 auf deutlich höhere Werte zuletzt.
Besonders alarmierend: Die Hageljahre 2022 und 2023 verursachten laut einer Studie Rekordschäden von jeweils mehr als fünf Milliarden Euro.
Der Grund liegt in der Physik der Atmosphäre. Durch höhere Temperaturen kann die Luft mehr Feuchtigkeit speichern. Dadurch entsteht zusätzliche Energie für Gewitterzellen. "Das führt zu stärkeren Aufwinden", erklärt Allen. Diese Luftströmungen halten die Hagelkörner länger in den Wolken, wo sie weiter wachsen können, bevor sie schließlich zu Boden stürzen.
Forscher gehen davon aus, dass Europa, Kanada und Argentinien künftig zu den Regionen gehören könnten, in denen große Hagelkörner besonders stark zunehmen."