Wer bei Gartenberufen nur an Gießkanne und Gartenzwerg denkt, wurde in Kagran eines Besseren belehrt. Rund 400 Wiener Schüler besuchten kürzlich das Event "Klimafit in die Zukunft" in der Berufsschule für Gartenbau und Floristik und machten den Schulgarten zum Ort der Berufsorientierung.
Zwischen Baumaschinen, Baumklettern, Naturpools und kreativer Floristik zeigte sich schnell: Klimajobs haben ihr Nischendasein längst hinter sich gelassen. Die grünen Berufe bieten heute Technik, Abwechslung und attraktive Karrierechancen.
Die Veranstaltung der Landesinnung Wien der Gärtner und Floristen gemeinsam mit dem KUS-Netzwerk präsentierte die Vielfalt der Branche. Viele Jugendliche informierten sich nicht nur über Lehrstellen, sondern hinterließen direkt vor Ort ihre Kontaktdaten oder erkundigten sich nach Ausbildungsplätzen.
"Die Jugendlichen wollen heute nicht irgendeinen Job, sondern etwas Sinnvolles machen - am besten etwas mit Zukunft, Abwechslung und echter Wirkung. Genau das bieten grüne Berufe", sagt Thomas Hirschbeck, Innungsmeister-Stellvertreter der Landesinnung Wien der Gärtner und Floristen.
Besonders gefragt waren die Mitmach-Stationen. Dort konnten die Jugendlichen Baumaschinen steuern, Rollrasen verlegen, Pflastersteine setzen oder das Baumklettern ausprobieren. Auch moderne Dach- und Fassadenbegrünungen standen im Mittelpunkt.
"Viele Jugendliche sind überrascht, wie technisch und modern unsere Branche geworden ist. Da geht es um Maschinen, Planung, Nachhaltigkeit und Stadtklima", so Hirschbeck.
Großes Interesse gab es auch bei den Themen Stadtbegrünung, Hitzeschutz und nachhaltige Gartengestaltung. Gerade in Zeiten zunehmender Hitzeperioden gelten begrünte Städte als wichtiger Beitrag für ein besseres Stadtklima. Der Klimagärtner wird dabei zu einem zentralen Jobprofil.
Insgesamt präsentierten 17 Unternehmen ihre Ausbildungsangebote. Der Bedarf an Nachwuchs ist groß. Gleichzeitig steigen die Chancen für junge Menschen, die sich für einen grünen Beruf entscheiden.