Unter der Oberfläche des Pazifiks braut sich ein gewaltiges Klima-Phänomen zusammen. Eine Tausende Kilometer lange Kelvin-Welle bewegt sich ostwärts Richtung Südamerika und heizt das Meerwasser teils massiv auf. In manchen Regionen liegt die Temperatur bereits bis zu 7,5 Grad über dem Durchschnitt, berichtet die "Washington Post".
Klimaforscher schlagen bereits Alarm: Die Unterwasser-Welle könnte Ende 2026 einen sogenannten "Super El Niño" auslösen - womöglich stärker als das historische Ereignis von 1997/98. Die Auswirkungen wären weltweit spürbar und könnten das Wettergeschehen noch bis 2027 beeinflussen.
Kelvin-Wellen entstehen, wenn die Passatwinde schwächer werden oder sich sogar umkehren. Dann wird warmes Wasser aus dem westlichen Pazifik quer über den Ozean Richtung Osten gedrückt. Genau das passiert derzeit besonders intensiv. Verantwortlich dafür sind unter anderem die jüngsten "La Niña"-Phasen und rekordwarme Ozeane.
Sobald die Kelvin-Welle den äquatorialen Pazifik erreicht, gerät das empfindliche Gleichgewicht im Meer durcheinander. Die sogenannte Sprungschicht wird gestört, kaltes Tiefenwasser steigt schlechter auf und die Meeresoberfläche erwärmt sich weiter. Dadurch verändern sich Luftströmungen und Wettermuster auf der ganzen Welt.
Die Folgen könnten dramatisch werden: Ein starker El Niño verstärkt oft Dürren, Überschwemmungen, Hitzewellen und extreme Luftfeuchtigkeit. Auch Jetstreams sowie Hoch- und Tiefdruckgebiete verschieben sich. Experten warnen deshalb bereits vor möglichen Rekordtemperaturen im Jahr 2027.
"Der Grund, warum das so wichtig ist, liegt darin, dass das, was im tropischen Pazifik passiert, nicht im tropischen Pazifik bleibt", erklärt Klimaforscher Daniel Swain.