Jetzt geht es den sogenannten Ewigkeits-Chemikalien an den Kragen. Die EU-Chemiebehörde ECHA hat ein weitreichendes Verbot von PFAS empfohlen. Gleichzeitig macht sie klar: Ganz ohne Ausnahmen wird es wohl nicht gehen.
Der Grund für den drastischen Schritt liegt auf der Hand: Laut ECHA können PFAS ernsthafte Risiken für Gesundheit und Umwelt verursachen. Studien zeigen, dass einige dieser Stoffe die Leber schädigen, das Immunsystem schwächen und sogar Krebs auslösen können. Auch Fruchtbarkeit und Impfreaktionen könnten beeinträchtigt werden.
PFAS-Chemikalien stecken in zahlreichen Alltagsprodukten - von beschichteten Pfannen über Funktionskleidung bis Verpackungen. Besonders problematisch: Die Chemikalien bauen sich in der Umwelt praktisch nicht ab und reichern sich über Jahre hinweg an.
Einige dieser Stoffe sind zwar bereits verboten, wurden aber oft durch ähnliche Varianten ersetzt. Genau das soll ein umfassendes Verbot künftig verhindern.
Die ECHA hat nun zwei umfangreiche Risikoanalysen vorgelegt. Diese sollen als Grundlage für einen konkreten Gesetzesvorschlag der EU-Kommission dienen. Fünf EU-Staaten hatten die Behörde zuvor um eine Einschätzung gebeten.
In Österreich prüft das Umweltbundesamt PFAS-Kontaminationen in Trinkwasser, Abwasser, Böden, Sedimenten und diversen Lebensmitteln.
Kritik kommt unterdessen von Umweltschützern. Greenpeace begrüßt zwar den Vorstoß, warnt aber vor möglichen Schlupflöchern. Vor allem die geplanten Ausnahmen und Übergangsfristen könnten das Verbot abschwächen - weitere Infos hier.