Mitten in einem Berliner Wohngebiet im Bezirk Lichtenberg sorgt eine nukleare Hinterlassenschaft für Aufsehen. Im Ortsteil Karlshorst lagert in einem Bunker eine Plutonium-Quelle aus DDR-Zeiten - nur wenige Meter von neuen Wohnprojekten entfernt.
Der Behälter ist klein, doch sein Inhalt hat es in sich. Das Material wurde früher zur Kalibrierung von Messgeräten verwendet und unterliegt strengen Sicherheitsvorschriften. Laut Behörden wird die Anlage laufend überwacht, auch internationale Organisationen wie die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) sowie die europäische Atomgemeinschaft (EURATOM) prüfen die Lagerung in Karlshorst regelmäßig.
Offiziell heißt es: Es bestehe keine Gefahr für Mensch und Umwelt. Dennoch wächst der Druck, die Altlast zu beseitigen - nicht zuletzt, weil rund um das historische Gelände neue Wohnungen für mehr als 1.000 Menschen entstehen.
Jetzt gibt es erstmals einen konkreten Zeitplan: Bis Ende 2026 soll das Plutonium abtransportiert werden. Warum das so lange dauert? Die sichere Handhabung und Entsorgung des Materials sei technisch aufwendig und streng geregelt.
Unklar bleibt allerdings, wohin der Atommüll letztlich gebracht wird und welche Kosten entstehen. Die Endlagerung des gefährlichen Stoffs ist also ungeklärt.
Im Bezirk Lichtenberg entsteht, grün und innenstadtnah, das Quartier "Gartenstadt Karlshorst". Gebaut wird auf dem Gelände der ehemaligen Fliegerstation Berlin-Friedrichsfelde mit ihren denkmalgeschützten Flugzeughangars.